Kfz-Steuer für Diesel Euro 6: So wird sie berechnet

Kfz-Steuer Diesel Euro 6: Berechnung & Kosten

Die Kfz-Steuer für einen Diesel mit Euro-6-Norm setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem Hubraum-Grundbetrag von 9,50 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter sowie einer CO₂-Komponente, die abhängig vom Erstzulassungsdatum progressiv berechnet wird. Je nach Hubraum und CO₂-Ausstoß liegen typische Jahresbeträge zwischen rund 100 und 400 Euro.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Konkrete Beträge, Fristen und Voraussetzungen können sich ändern und im Einzelfall abweichen. Bei verbindlichen Entscheidungen bitte fachkundige Beratung einholen.

Wie wird die Kfz-Steuer für einen Euro-6-Diesel berechnet?

Die Kfz-Steuer für Dieselfahrzeuge besteht seit 2009 aus zwei Komponenten: dem Hubraumanteil und dem CO₂-Anteil. Bei Euro-6-Dieseln gilt ein Grundbetrag von 9,50 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum. Dieser Satz ist unabhängig von der Schadstoffklasse – er gilt für alle Diesel gleichermaßen, egal ob Euro 5 oder Euro 6.

Der zweite Bestandteil ist die CO₂-Komponente. Hier greift ein gestaffeltes System, das vom Datum der Erstzulassung abhängt. Je neuer das Fahrzeug, desto niedriger der sogenannte CO₂-Freibetrag, ab dem Zusatzsteuer anfällt. Für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 2021 gilt ein besonders progressiver Tarif.

Was bedeutet der CO₂-Freibetrag konkret?

Der Freibetrag ist die Grenze, ab der CO₂-Emissionen steuerlich berücksichtigt werden. Liegt ein Fahrzeug unter diesem Wert, fällt nur der Hubraum-Grundbetrag an. Liegt es drüber, wird jedes Gramm CO₂ pro Kilometer über dem Freibetrag zusätzlich besteuert. Der Einstiegssatz beträgt 2,00 Euro je Gramm – er steigt jedoch progressiv, wenn der Ausstoß deutlich über dem Freibetrag liegt.

Kurz: Wer ein Euro-6-Dieselfahrzeug mit niedrigem CO₂-Ausstoß fährt, zahlt oft nur den Hubraumanteil oder nur wenig Aufschlag. Wer einen größeren Diesel mit höherem Verbrauch fährt, merkt die CO₂-Stufen deutlich im Geldbeutel.

Welche CO₂-Freibeträge gelten je nach Erstzulassungsdatum?

Das Erstzulassungsdatum bestimmt, welcher Freibetrag gilt:

  • Erstzulassung vor dem 1. Januar 2014: Freibetrag 120 g/km CO₂
  • Erstzulassung ab 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2020: Freibetrag 95 g/km CO₂
  • Erstzulassung ab 1. Januar 2021: Freibetrag 95 g/km CO₂, aber mit stärkerer Progression ab 115 g/km

Das bedeutet: Ein gut zehn Jahre alter Euro-6-Diesel mit 115 g/km profitiert noch vom höheren Freibetrag, während ein Neuzulassung aus 2022 bereits bei jedem Gramm über 95 g/km zur Kasse gebeten wird.

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Konkrete Beispiele: Was kostet ein Euro-6-Diesel wirklich?

Theorie ist gut. Zahlen sind besser. Die folgende Tabelle zeigt typische Jahressteuern für verschiedene Euro-6-Dieselfahrzeuge auf Basis der aktuellen Steuersätze 2026. Die Werte sind Richtwerte – der genaue Betrag hängt immer vom individuellen Zulassungsdatum und dem CO₂-Wert im Fahrzeugschein ab.

Fahrzeugtyp Hubraum (ccm) CO₂ (g/km) Hubraum-Anteil CO₂-Anteil (ca.) Jahressteuer (ca.)
Kompaktwagen (1,6 l Diesel) 1.598 110 g/km 160,00 € 30,00 € ca. 190 €
Kombi / Mittelklasse (2,0 l Diesel) 1.968 130 g/km 190,00 € 40,00 € ca. 230 €
SUV (2,0 l Diesel, höherer CO₂) 1.968 155 g/km 190,00 € 90,00 € ca. 280 €
SUV / Geländewagen (3,0 l Diesel) 2.967 175 g/km 300,00 € 150,00 € ca. 450 €

Die Werte beziehen sich auf Fahrzeuge mit Erstzulassung zwischen 2014 und 2020 (Freibetrag 95 g/km) und den progressiven CO₂-Steuersätzen. Fahrzeuge mit Erstzulassung vor 2014 und 120 g/km Freibetrag zahlen entsprechend weniger CO₂-Anteil.

Was kostet ein 2,0-Diesel an Steuern?

Ein 2,0-Liter-Diesel mit Euro-6-Norm hat typischerweise rund 1.950 bis 1.995 ccm Hubraum – das ergibt 20 angefangene Einheiten à 100 ccm. Der Hubraum-Anteil beträgt damit 190 Euro. Dazu kommt der CO₂-Anteil: Bei 130 g/km und einem Freibetrag von 95 g/km sind das 35 Gramm über dem Freibetrag. Mit dem Basissatz von 2,00 Euro ergibt sich ein CO₂-Aufschlag von rund 40 bis 50 Euro. Jahressteuer gesamt: Pi mal Daumen 230 bis 250 Euro, je nach genauem CO₂-Wert im Fahrzeugschein.

Wie viel Steuern fallen für einen 3,0-Liter-Diesel an?

Ein 3,0-Liter-Diesel bringt deutlich mehr Hubraum mit – und damit eine entsprechend höhere Steuerlast. Bei rund 2.967 ccm sind das 30 Einheiten à 9,50 Euro, also 285 Euro allein für den Hubraum. Hinzu kommt der CO₂-Anteil: Viele Dreiliter-Diesel stoßen 170 bis 195 g/km aus. Bei einem Freibetrag von 95 g/km und progressiven Steuersätzen kommen schnell 130 bis 200 Euro CO₂-Anteil zusammen. Jahressteuer insgesamt: häufig zwischen 400 und 490 Euro.

Hat sich die Kfz-Steuer für Diesel ab 2026 verändert?

Stand 2026 gibt es keine grundlegende Reform der Kfz-Steuer speziell für Dieselfahrzeuge. Die Steuersätze – 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum plus CO₂-Komponente – gelten unverändert. Es gab in der politischen Diskussion immer wieder Vorschläge, die Dieselbesteuerung zu reformieren oder stärker am CO₂-Ausstoß auszurichten, beschlossen ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nichts Grundlegendes.

Was sich hingegen faktisch auswirkt: Wer in 2025 oder 2026 ein Neufahrzeug zulässt, profitiert in vielen Fällen von niedrigeren CO₂-Werten dank moderner Motorentechnik und AdBlue-Systemen. Ein Euro-6d-Diesel mit 100 g/km liegt unterhalb des Freibetrags und zahlt damit nur den Hubraum-Grundbetrag – keine CO₂-Steuer obendrauf.

Spielt AdBlue bei der Kfz-Steuer eine Rolle?

Direkt bei der Steuerberechnung: nein. AdBlue beeinflusst den Stickoxid-Ausstoß, nicht den CO₂-Wert. Für die Kfz-Steuer ist ausschließlich der im Fahrzeugschein eingetragene CO₂-Wert (g/km) maßgeblich. Indirekt kann AdBlue aber dennoch relevant sein: Fahrzeuge mit Euro-6d und SCR-Katalysator (AdBlue-System) erreichen oft niedrigere CO₂-Werte durch effizientere Verbrennung – und zahlen damit weniger Kfz-Steuer als ältere Euro-6b-Modelle mit gleichem Hubraum.

Euro 6 im Vergleich: Benziner zahlen weniger Grundsteuer

Die Krux ist bekannt: Diesel-Fahrer zahlen beim Hubraum-Grundbetrag deutlich mehr als Benziner-Fahrer. 9,50 Euro je 100 ccm für Diesel stehen 2,00 Euro je 100 ccm für Benziner gegenüber. Das ist fast das Fünffache. Historisch begründet wurde dieser Unterschied mit dem niedrigeren Mineralölsteuersatz für Dieselkraftstoff – eine Regelung, die bis heute im Grundsatz besteht.

Antrieb / Norm Grundbetrag je 100 ccm CO₂-Freibetrag (Erstzulassung 2014-2020) Beispiel: 2,0 l, 130 g/km CO₂
Diesel Euro 6 9,50 € 95 g/km ca. 230 €/Jahr
Benziner Euro 6 2,00 € 95 g/km ca. 110 €/Jahr
Diesel Euro 5 9,50 € 110 g/km (vor 2014) ca. 210 €/Jahr
Elektrofahrzeug entfällt entfällt 0 € (bis Ende 2030 befreit)

Ein Benziner mit vergleichbarem Hubraum und ähnlichem CO₂-Ausstoß zahlt also deutlich weniger Kfz-Steuer als ein Diesel. Wer rein auf die Jahressteuer schaut, hat beim Diesel einen Nachteil. Wer viel fährt, rechnet ihn oft durch niedrigere Kraftstoffkosten wieder heraus – aber das ist eine individuelle Kalkulation.

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Kann man einen Euro-6-Diesel bedenkenlos kaufen?

Eine häufige Frage – und eine, die mehr als nur eine Antwort hat. Aus steuerlicher Sicht ist ein Euro-6-Diesel kein Sonderfall. Die Kfz-Steuer richtet sich nach denselben Regeln wie bei jedem anderen Fahrzeug auch: Hubraum plus CO₂.

Was Fahrverbote betrifft: Die bisher in deutschen Städten verhängten Dieselfahrverbote richten sich in der Regel gegen Fahrzeuge mit Euro-4-Norm oder älter, vereinzelt Euro-5. Euro-6-Diesel sind davon bislang nicht betroffen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sich das in Zukunft nicht ändern kann. Wer ein Euro-6-Diesel-Fahrzeug kauft, sollte die politische Entwicklung im Blick behalten – insbesondere in Ballungsräumen.

Aus unserer Werkstattpraxis sehen wir, dass gut gewartete Euro-6-Diesel mit funktionierendem AdBlue-System und intaktem Partikelfilter heute noch problemlos zulassungsfähig und alltagstauglich sind. Die Norm Euro 6d (und Euro 6d-ISC-FCM) gilt als eine der saubersten Dieselnormen, die je eingeführt wurde.

Ist der Euro-6-Diesel steuerfrei?

Nein – zumindest nicht in Deutschland. Es gab zwischen 2011 und 2013 eine zeitlich begrenzte Steuerbefreiung von bis zu 150 Euro pro Jahr für neu zugelassene Euro-6-Diesel, um den Kauf schadstoffarmer Fahrzeuge zu fördern. Diese Regelung ist jedoch längst ausgelaufen. Heute zahlen alle Euro-6-Dieselfahrzeuge die reguläre Kfz-Steuer aus Hubraum- und CO₂-Anteil. Eine Steuerfreiheit für Euro-6-Diesel existiert in Deutschland im Jahr 2026 nicht.

So berechnest du deine individuelle Jahressteuer

Für eine exakte Berechnung brauchst du zwei Werte aus dem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): den Hubraum in ccm (Feld P.1) und den CO₂-Wert in g/km (Feld V.7). Mit diesen beiden Angaben lässt sich die Jahressteuer in drei Schritten ermitteln:

Schritt 1: Hubraum in Einheiten umrechnen. Den Hubraum in ccm durch 100 teilen, auf die nächste ganze Zahl aufrunden. Multipliziere das Ergebnis mit 9,50 Euro.

Schritt 2: CO₂-Überschuss ermitteln. Den eingetragenen CO₂-Wert um den geltenden Freibetrag reduzieren. Das Ergebnis – falls positiv – ist die steuerpflichtige CO₂-Menge.

Schritt 3: CO₂-Steuer berechnen. Den CO₂-Überschuss mit dem geltenden Steuersatz multiplizieren. Der Basissatz liegt bei 2,00 Euro je Gramm, steigt aber progressiv mit höherem Ausstoß.

Für eine schnelle Kontrolle bietet das Bundesfinanzministerium einen offiziellen Online-Rechner an, in den du die Fahrzeugdaten direkt eingeben kannst. Das Ergebnis entspricht der tatsächlichen Jahressteuer, die auch das Zollamt berechnet.

Hand aufs Herz: Wer unsicher ist, welche Werte im Fahrzeugschein stehen oder ob die Angaben korrekt sind, kann das in jeder Zulassungsstelle oder einer gut ausgestatteten Werkstatt klären lassen.

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Häufige Fragen zur Kfz-Steuer beim Euro-6-Diesel

Was kostet ein Euro-6-Diesel an Kfz-Steuern?

Das hängt von Hubraum und CO₂-Ausstoß ab. Ein typischer 1,6-Liter-Diesel Euro 6 mit 110 g/km zahlt rund 190 Euro pro Jahr. Ein 2,0-Liter-Diesel mit 130 g/km kommt auf ca. 230 Euro. Größere Motoren mit höherem CO₂-Ausstoß – etwa ein 3,0-Liter-SUV-Diesel – können schnell 400 bis 490 Euro im Jahr erreichen. Grundlage ist immer: 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum plus CO₂-Aufschlag ab 95 g/km.

Wie hoch ist die Dieselsteuer ab 2026?

Der Steuersatz für Dieselfahrzeuge beträgt weiterhin 9,50 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum. Es gibt 2026 keine beschlossene Erhöhung dieses Grundbetrags. Zusätzlich gilt die CO₂-Komponente mit einem progressiven Tarif, der bei 2,00 Euro je Gramm über dem Freibetrag beginnt und bei sehr hohem CO₂-Ausstoß auf bis zu 4,00 Euro je Gramm ansteigen kann.

Wie viel Steuern fallen für einen 3,0-Liter-Diesel an?

Ein 3,0-Liter-Diesel Euro 6 hat typischerweise rund 2.967 ccm Hubraum – das ergibt einen Hubraum-Steueranteil von 285 Euro. Der CO₂-Ausstoß liegt bei vielen Dreiliter-Diesel-Fahrzeugen zwischen 170 und 195 g/km. Je nach Erstzulassungsdatum und CO₂-Wert kommen 130 bis 210 Euro CO₂-Anteil hinzu. Die Jahressteuer liegt damit häufig zwischen 400 und 490 Euro.

Was kostet ein 2,0-Liter-Diesel Euro 6 an Steuern?

Bei rund 1.968 ccm Hubraum ergibt sich ein Grundbetrag von 190 Euro (20 Einheiten à 9,50 Euro). Hinzu kommt der CO₂-Anteil. Bei 130 g/km und dem üblichen Freibetrag von 95 g/km sind das 35 Gramm über dem Freibetrag, was mit 2,00 Euro je Gramm rund 40 bis 50 Euro ergibt. Jahressteuer gesamt: in der Regel ca. 230 bis 250 Euro.

Kann man einen Euro-6-Diesel bedenkenlos kaufen?

Aus steuerlicher Sicht bestehen keine besonderen Nachteile gegenüber anderen Antriebsarten – außer dem allgemein höheren Dieselgrundsteuersatz. Fahrverbote in deutschen Innenstädten betreffen bislang nur Euro-5-Diesel und älter. Ob das dauerhaft so bleibt, ist politisch nicht garantiert. Wer ein Euro-6-Diesel-Fahrzeug kauft, sollte sich also über die lokale Situation in seiner Stadt informieren – insbesondere bei Wohnort in einer Großstadt mit bekannter Luftqualitätsproblematik.

Ist der Euro-6-Diesel in Deutschland steuerfrei?

Nein. Eine temporäre Steuerbefreiung von bis zu 150 Euro jährlich existierte zwischen 2011 und 2013 für neu zugelassene Euro-6-Fahrzeuge – sie ist jedoch seit Jahren abgelaufen. Heute zahlen Euro-6-Diesel wie alle anderen Fahrzeuge die reguläre Kfz-Steuer aus Hubraum- und CO₂-Anteil. Eine aktuelle Steuerfreiheit für Euro 6 gibt es in Deutschland nicht.

Beeinflusst AdBlue die Höhe der Kfz-Steuer?

Nicht direkt. AdBlue reduziert Stickoxid-Emissionen, nicht den CO₂-Ausstoß. Für die Kfz-Steuer zählt ausschließlich der im Fahrzeugschein eingetragene CO₂-Wert in g/km. Indirekt können Fahrzeuge mit modernem SCR-System (AdBlue) effizienter laufen und niedrigere CO₂-Werte aufweisen – das wirkt sich dann positiv auf den Steuerbetrag aus. Maßgeblich ist aber immer der eingetragene Wert, nicht die Abgasnorm selbst.

Wie hoch ist die Kfz-Steuer für einen großen SUV-Diesel (3,0 l) Euro 6?

Bei einem großen SUV mit 3,0-Liter-Diesel und Euro-6-Norm sind Jahressteuern von 400 bis 490 Euro typisch. Grundlage: rund 285 Euro Hubraum-Anteil plus CO₂-Aufschlag je nach eingetragenem Wert. Modelle mit CO₂-Werten über 175 g/km erreichen schnell die höheren Progressionsstufen der CO₂-Steuer, was den Gesamtbetrag merklich nach oben treibt. Der genaue Wert lässt sich nur mit den konkreten Fahrzeugdaten aus dem Fahrzeugschein berechnen.

Wenn du dir bei den Angaben in deinem Fahrzeugschein unsicher bist oder prüfen möchtest, ob alle Daten korrekt erfasst sind – in unserer Werkstatt in Rostock schauen wir das gerne mit dir gemeinsam durch.