Garantieverlängerung beim Gebrauchtwagen: Kosten, Leistungen und wann sie sich rechnet
Eine Garantieverlängerung beim Gebrauchtwagen kostet in der Regel 100 bis 800 Euro pro Jahr und übernimmt Lohn- und Materialkosten für defekte Bauteile wie Motor, Getriebe und Antriebsstrang – abzüglich einer Selbstbeteiligung von meist 75 bis 500 Euro pro Schaden. Sie lohnt sich dann, wenn dein Auto zwischen vier und acht Jahre alt ist, die auf ein Jahr verkürzte Händler-Gewährleistung ausläuft und du planbare Kosten willst. Der durchschnittliche garantiepflichtige Schaden liegt aktuell bei rund 764 Euro – ein einziger Fall pro Jahr trägt damit einen Mitteltarif bereits.
Garantie oder Gewährleistung? Der Unterschied, der über dein Geld entscheidet
Beide Begriffe klingen ähnlich, meinen aber völlig verschiedene Dinge. Der Merksatz ist simpel: Gewährleistung ist Pflicht, Garantie ist Kür. Alles Weitere folgt aus dieser Unterscheidung.
Die Gewährleistung – juristisch Sachmängelhaftung nach § 437 ff. und § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB – entsteht bei jedem Kaufvertrag automatisch. Du musst sie nicht vereinbaren, sie ist einfach da. Sie deckt aber ausschließlich Mängel ab, die bereits bei der Übergabe vorhanden waren. Auch dann, wenn sie erst Wochen später sichtbar werden. Ein Getriebeschaden, der sich schon beim Kauf angebahnt hat, fällt darunter. Abgefahrene Bremsbeläge nach 20.000 Kilometern nicht – das ist normaler Verschleiß.
Die Garantie dagegen ist eine freiwillige Vertragsleistung. Sie kommt vom Hersteller, vom Händler oder von einem spezialisierten Versicherer. Umfang, Dauer und Bedingungen sind frei gestaltbar, eine gesetzliche Mindestausstattung gibt es nicht. Rechtlich betrachtet ist eine Gebrauchtwagengarantie im Kern nichts anderes als eine Reparaturkostenversicherung.
Wichtig für dich: Eine Garantie schränkt deine gesetzlichen Ansprüche nicht ein. Beides besteht nebeneinander. Wenn ein Mangel unter beide Regelungen fällt, kannst du dir aussuchen, welchen Weg du gehst.
Der entscheidende Praxisunterschied
Bei der Gewährleistung musst du im Streitfall irgendwann beweisen, dass der Mangel schon bei Übergabe da war. Bei der Garantie ist genau das üblicherweise egal. Was in der Laufzeit kaputtgeht, wird reguliert – unabhängig davon, wann die Ursache entstanden ist. Diese Eigenschaft macht die Garantie zur sinnvollen Ergänzung, nicht zum Ersatz.
Die Fristen, die du kennen solltest
- Gesetzliche Regelfrist: 2 Jahre ab Übergabe.
- Händlerkauf: Die Frist darf vertraglich auf 1 Jahr verkürzt werden – ausschließen darf ein Händler sie nach aktueller Rechtslage nicht.
- Beweislastumkehr: Tritt im ersten Jahr ein Mangel auf, wird vermutet, dass er schon bei Übergabe vorlag. Du musst also nichts beweisen.
- Privatverkauf: Hier darf die Gewährleistung komplett ausgeschlossen werden. Die Formulierung „Verkauf unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung“ ist zulässig und absolut üblich. Genau hier entsteht die größte Schutzlücke.
| Kriterium | Gewährleistung | Garantie |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 437 ff., § 438 BGB – gesetzlich | freiwillige Vertragsleistung |
| Wer haftet | der Verkäufer | Hersteller, Händler oder Versicherer |
| Abgedeckt | nur Mängel, die bei Übergabe vorlagen | Schäden, die in der Laufzeit auftreten |
| Dauer | 2 Jahre, beim Händler auf 1 Jahr verkürzbar | frei vereinbart, meist 12 Monate |
| Privatkauf | vollständig ausschließbar | nicht vorhanden, separat kaufbar |
| Beweislast | Umkehr zugunsten Käufer im 1. Jahr | Nachweis der Schadenursache beim Käufer |
| Kosten | keine | 100–800 € pro Jahr |
| Selbstbeteiligung | keine | üblich, 75–500 € pro Schaden |
| Verschleiß | nicht abgedeckt | nicht abgedeckt |
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Verfügbare Fahrzeuge ansehenWas Reparaturen heute kosten – und warum die Kurve steigt
Die Frage nach der Garantieverlängerung ist am Ende eine Rechenfrage. Und die Ausgangsgröße dafür ist der durchschnittliche Schaden. Auswertungen von rund einer Million Garantieverträgen in Europa liefern dafür die belastbarste Datenreihe: Der durchschnittliche garantiepflichtige Schaden ist von 657 Euro im Jahr 2022 auf 764 Euro im Jahr 2025 geklettert. Das sind 107 Euro mehr oder ein Plus von 16,3 Prozent in nur drei Jahren. Die 700-Euro-Marke wurde 2023 erstmals überschritten.
Durchschnittliche Reparaturkosten pro garantiepflichtigem Schaden
Der zweite Kostentreiber: die Stundensätze
Reparaturen bestehen aus Material und Arbeitszeit. Und die Arbeitszeit ist der Posten, der sich am dynamischsten entwickelt. Je nach Werkstatttyp und Art der Arbeit liegen die Stundensätze in Deutschland aktuell zwischen 100 und 220 Euro. Freie Werkstätten bewegen sich am unteren Ende, Vertragsbetriebe und vor allem Lackierarbeiten am oberen. Seit 2017 sind die Sätze um rund 50 Prozent gestiegen, allein im letzten Erhebungsjahr um etwa 8 Prozent.
Bei Elektrofahrzeugen kommt ein eigener Effekt dazu: Reparaturen sind seit 2020 um rund 25 Prozent teurer geworden. Hochvolt-Arbeiten brauchen zertifizierte Techniker und spezielle Werkzeuge, das schlägt sich im Stundensatz nieder.
Die Konsequenz für deine Kalkulation ist eindeutig: Der Erwartungswert eines einzelnen Schadens wächst schneller als die Prämien vieler Basis-Tarife. Eine Garantie, die vor drei Jahren rechnerisch knapp war, kann heute schon aufgehen.
Tipp aus der Werkstatt
Lass dir vor Abschluss immer eine Beispielrechnung geben: Was hätte die Garantie bei einem Turboladerschaden oder einem defekten Automatikgetriebe konkret erstattet? Anbieter, die dir diese Rechnung offen zeigen, haben in der Regel auch die transparenteren Bedingungen. In unserer Meisterwerkstatt in Rostock gehen wir solche Fälle mit dir durch, bevor du unterschreibst.
Wo der Gebrauchtwagen teuer wird: Motor schlägt Elektronik
Nicht jedes Bauteil kostet gleich viel. Beim Gebrauchtwagen dominiert eine Baugruppe die Kostenseite ganz klar: der Motor. Er verursacht 24,2 Prozent der gesamten Schadenregulierungssumme (Vorjahr: 26,0 Prozent). Danach folgt die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader mit 17,2 Prozent (Vorjahr 17,7 Prozent), dann die elektrische Anlage mit 13,6 Prozent nach zuvor 12,9 Prozent.
Anteil der Baugruppen an der Schadensumme beim Gebrauchtwagen
Häufigkeit und Kosten fallen auseinander
Jetzt kommt der spannende Teil. Die am häufigsten betroffene Baugruppe ist gar nicht der Motor, sondern die elektrische Anlage: Sie steht für 23,2 Prozent aller Schadenfälle, verursacht aber nur 13,6 Prozent der Kosten. Viele kleine Fälle also. Der Motor dagegen ist deutlich seltener betroffen – wenn er es aber ist, wird es richtig teuer.
Genau dieses Risikoprofil macht eine Garantie kalkulierbar. Du versicherst nicht das Alltägliche, sondern den seltenen, großen Ausschlag. Das ist dieselbe Logik wie bei jeder anderen Versicherung.
Beim Neuwagen sieht die Verteilung übrigens anders aus: Dort liegt der Motoranteil bei nur 18,4 Prozent, die elektrische Anlage dagegen bei 17,8 Prozent. Je älter das Fahrzeug, desto stärker verschiebt sich das Kostengewicht Richtung Antrieb.
Praktische Ableitung: Ein Tarif, der Motor, Getriebe und Antriebsstrang abdeckt, sichert bereits den Löwenanteil deines finanziellen Risikos. Erweiterungen um Elektronik, Klimaanlage und Lenkung senken vor allem die Häufigkeit, mit der du selbst zahlen musst – nicht so sehr die Höhe des schlimmsten Falls.
Wann Schäden auftreten – das stärkste Argument für die Verlängerung
Diese eine Zahl beantwortet die Lohnt-sich-das-Frage besser als jede andere: 25,8 Prozent aller Schäden bei Gebrauchtwagen treten erst nach mehr als 360 Tagen auf. Also rund ein Viertel. Und zwar genau in dem Zeitraum, in dem die auf zwölf Monate verkürzte Händler-Gewährleistung schon abgelaufen ist.
Wann Schäden bei Gebrauchtwagen eintreten
Zum Vergleich: 27,1 Prozent der Schäden fallen schon innerhalb der ersten 5.000 Kilometer an (Vorjahr 27,6 Prozent). Diese Frühschäden fängt das Gesetz für dich ab – inklusive Beweislastumkehr, du musst also nichts nachweisen. Weitere 21,0 Prozent treten nach mehr als 25.000 Kilometern auf.
Die Lesart für Käufer ist damit ziemlich klar: Die Frühschäden regelt die Gewährleistung, die Spätschäden nicht. Genau dort setzt eine Anschlussgarantie an. Sie schließt die Lücke, die entsteht, wenn das erste Jahr vorbei ist.
Laufzeit und Wartezeit
Eine Anschlussgarantie läuft typischerweise 12 Monate. Meist verlängert sie sich automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, sofern du nicht fristgerecht kündigst. Setz dir dafür eine Erinnerung – das ist der häufigste Grund, warum Leute länger zahlen als geplant.
Und noch ein Punkt, den viele übersehen: Bei manchen Anbietern gilt ohne vorherigen technischen Garantie-Check eine Wartezeit von drei Monaten ab Vertragsbeginn. Erst danach kannst du Schäden geltend machen. Mit Check entfällt die Wartezeit in der Regel – der Aufwand lohnt sich also.
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Preise: Was eine Garantieverlängerung konkret kostet
Die kurze Antwort: 100 bis 800 Euro pro Jahr. Die Spanne ist so groß, weil fünf Faktoren zusammenwirken – Anbietertyp, Fahrzeugalter, Laufleistung, Motorleistung und Deckungsumfang. Ein 110-PS-Kompaktwagen mit 60.000 Kilometern kostet ein Vielfaches weniger als eine leistungsstarke Limousine mit 140.000 Kilometern.
| Anbietertyp | Preis p. a. | Anmerkung |
|---|---|---|
| Hersteller-Anschlussgarantie | 200–450 € | an Marke und Vertragswerkstatt gebunden |
| Versicherer-Police | 200–700 € | markenoffen, oft freie Werkstattwahl |
| Marktübliche Basisangebote | 100–300 € | einfacher Deckungsumfang |
| Klassische GW-Garantie, 12 Monate | 100–250 € | Standardtarif im Markt |
| Spitzentarife | bis 800 € | E-Fahrzeuge, ältere Autos, Vollschutz |
| Händlergarantie beim Kauf | oft 0 € | bereits im Fahrzeugpreis enthalten |
Drei Tarifstufen am konkreten Beispiel
Für einen Kompaktwagen mit 1,0-Liter-Turbobenziner und 110 PS ruft ein großer deutscher Versicherer diese Staffel auf: 160 Euro im Jahr für den Basis-Tarif, 340 Euro für Komfort, 670 Euro für Premium. Spezialanbieter arbeiten mit Monatsraten – etwa ab 18 Euro monatlich (216 Euro im Jahr) bei 50 Prozent Kostenerstattung oder ab 35 Euro monatlich (420 Euro im Jahr) bei voller Kostenübernahme.
Bei älteren Fahrzeugen zieht der Preis deutlich an. Für einen rund elf Jahre alten Mittelklassewagen liegt eine Online-Verlängerung schnell bei 59 Euro monatlich, also 708 Euro im Jahr. Und die Prämien werden jährlich nachgeschärft: In einem dokumentierten Fall stieg der Beitrag bei gleichbleibender Selbstbeteiligung von 500 Euro von 666 auf 768 Euro – ein Plus von 15,3 Prozent in einem einzigen Jahr.
Die Marke macht den Unterschied
| Marke | Ø Reparaturkosten je Schaden | Abweichung zum Markt |
|---|---|---|
| BMW | 1.140 € | +49 % |
| Audi | 989 € | +29 % |
| Mercedes | 942 € | +23 % |
| Volkswagen | 767 € | rund Marktniveau |
| Marktdurchschnitt alle Marken | 764 € | Referenzwert |
Bei Fahrzeugen aus dem Premiumsegment liegt der Durchschnittsschaden also 23 bis 49 Prozent über dem Markt. Genau deshalb rechnet sich eine Garantie dort früher als bei einem soliden Volumenmodell von Ford, Opel, Hyundai, Kia, Škoda oder Toyota.
Selbstbeteiligung richtig wählen
Übliche Stufen sind 100, 300 oder 500 Euro pro Schaden, bei manchen Händlertarifen auch nur 75 Euro. Der typische Marktwert liegt bei rund 150 Euro. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt die Prämie spürbar – sie erhöht aber auch die Schwelle, ab der sich ein Fall überhaupt zu melden lohnt.
Ein Detail lohnt den Blick in die Bedingungen: Es gibt laufleistungsabhängige Selbstbeteiligungen. Der Erstattungsanteil bei Materialkosten sinkt dabei mit steigendem Kilometerstand. Bis etwa 50.000 Kilometer greift die Eigenbeteiligung bei Materialkosten oft noch gar nicht.
Leistungen, Ausschlüsse und Bedingungen im Detail
Eine Gebrauchtwagengarantie erstattet Lohn- und Materialkosten für klar definierte mechanische und elektrische Bauteile, abzüglich deiner Selbstbeteiligung. Was genau drin ist, steht in der Bauteileliste – und die ist das wichtigste Dokument des ganzen Vertrags.
Standardmäßig enthalten
- Motor: die teuerste Baugruppe, in praktisch jedem Tarif dabei
- Getriebe: Schalt- und Automatikgetriebe, oft inklusive Steuergerät
- Antriebsstrang: Kupplungsgehäuse, Gelenkwellen, Differenzial
- Achsen: Radlager, Achsschenkel, Lenkgetriebe je nach Tarif
In Premium-Tarifen zusätzlich
- Elektronik: Steuergeräte, Sensorik, Bordnetz
- Klimaanlage: Kompressor, Kondensator, Regelung
- Lenkung und Bremssystem: ohne die reinen Verschleißteile
- Mobilitätsgarantie: Ersatzwagen, Abschleppdienst, teils Umtauschrecht
Typischerweise nicht abgedeckt
- Verschleißteile: Bremsbeläge und -scheiben, Kupplungsscheibe, Reifen, Auspuffanlage, Dichtungen, Batterie
- Unfallschäden: dafür ist die Kasko zuständig
- Unsachgemäße Nutzung: Motorsport, Überladung, Betriebsstoffe außerhalb der Freigabe
- Folgen fehlender Wartung: der häufigste Ablehnungsgrund überhaupt
Die Bedingungen, die du einhalten musst
Praktisch jeder Anbieter verlangt einen lückenlosen Wartungsnachweis und Inspektionen in autorisierten Werkstätten, innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Intervalle. Eine verpasste Inspektion oder ein Ölwechsel ohne Beleg kann im Schadenfall die komplette Regulierung kosten. Heb jede Rechnung auf und lass das Serviceheft konsequent stempeln.
Gut zu wissen: Elektroautos
Bei E-Fahrzeugen ist die Antriebsbatterie der mit Abstand größte Einzelkostenfaktor – und sie wird in vielen Tarifen pauschal unter „Batterie“ ausgeschlossen. Prüf deshalb ausdrücklich, ob Akku-Schäden mitversichert sind. Steht dazu nichts in der Bauteileliste, ist die Garantie für ein E-Auto meist nur die halbe Miete.
Die Break-even-Rechnung: Ab wann es sich rechnet
Jetzt wird gerechnet. Nimm einen Mitteltarif mit 340 Euro Jahresprämie und 150 Euro Selbstbeteiligung. Tritt genau ein durchschnittlicher Schaden ein, sieht die Bilanz so aus:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Jahresprämie Mitteltarif | 340 € |
| Selbstbeteiligung pro Schaden | 150 € |
| Effektive Kosten bei einem Schaden | 490 € |
| Ø Reparaturkosten pro Schaden | 764 € |
| Netto-Vorteil bei einem Schaden | +274 € |
| Netto-Ergebnis im schadenfreien Jahr | –340 € |
Die Rechnung kippt also zu deinen Gunsten, sobald pro Jahr mindestens ein garantiepflichtiger Schaden mit durchschnittlichen Kosten eintritt – oder ein einzelner teurer Motorschaden. Sie kippt zu deinen Ungunsten bei schadenfreien Jahren und bei Premium-Tarifen jenseits von 600 Euro Prämie.
Wie stark der Ausschlag nach oben ausfallen kann, zeigt ein dokumentierter Fall: Der Halter eines rund elf Jahre alten Mittelklassewagens zahlte 708 Euro im Jahr und hatte in derselben Zeit Reparaturen im Wert von 3.600 Euro – Faktor 5 gegenüber der Prämie. Umgekehrt bilanziert ein Fahrer nach mehreren durchgehend gebuchten Verlängerungen nüchtern, dass sich das für ihn finanziell nicht gerechnet hat. Sein Fazit: Der Vorteil lag in der Planungssicherheit, nicht im Sparen.
Genau das ist der ehrliche Kern der Sache. Eine Garantie ist kein Sparprodukt, sondern ein Instrument gegen Ausschläge im Haushaltsbudget. Wer eine unerwartete Rechnung über 2.500 Euro nicht locker stemmen kann, kauft mit der Prämie in erster Linie Ruhe.
Für welches Fahrzeugprofil sich was lohnt
Pauschale Empfehlungen bringen dich hier nicht weiter. Entscheidend sind Alter, Laufleistung, Marke und Restwert deines Autos.
| Fahrzeugprofil | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| 1–4 Jahre, unter 50.000 km | meist noch unnötig | Herstellergarantie läuft oft noch, Material-SB greift bis 50.000 km häufig nicht |
| 4–8 Jahre, 50.000–120.000 km, Premiumsegment | sinnvoll | Durchschnittsschaden von 942 bis 1.140 € liegt weit über der Prämie |
| 4–8 Jahre, Volumenmarke, zuverlässiges Modell | Einzelfallrechnung | Prämie kann den Erwartungswert übersteigen |
| über 8 Jahre / über 150.000 km | oft nicht mehr abschließbar | Alters- und Laufleistungsgrenzen, teils Deckelung auf 2.000 € je Schaden |
| Elektrofahrzeug | nur mit Akku-Deckung | Reparaturen seit 2020 um 25 % teurer, Batterie oft ausgeschlossen |
| geringer Restwert | eher nein | Prämie steht in ungünstiger Relation zum Fahrzeugwert |
Die Zugangsgrenzen im Überblick
Nicht jedes Fahrzeug bekommt überhaupt eine Garantie. Üblich sind Obergrenzen von 8 bis 10 Jahren Fahrzeugalter und 150.000 bis 200.000 Kilometern beim Abschluss. Für Autos über zehn Jahre werden praktisch keine Gebrauchtwagengarantien mehr angeboten. Bei Fremdmarken deckeln manche Anbieter zusätzlich die Motorleistung, etwa bei 200 kW. Und jenseits von 200.000 Kilometern oder zehn Jahren greift oft eine Begrenzung auf maximal 2.000 Euro je Schadenfall.
Bei Fahrzeugen zwischen einem und vier Jahren läuft dagegen häufig noch die Herstellergarantie – bei manchen Marken sogar bis zu sieben Jahre. Prüf das zuerst, bevor du doppelt zahlst.
Checkliste: Darauf achten unsere Werkstattprofis
Wenn du eine Verlängerung abschließt, geh diese Punkte der Reihe nach durch. Sie entscheiden im Schadenfall darüber, ob du Geld siehst.
- Bauteileliste lesen, nicht die Werbung: Was nicht namentlich in der Liste steht, ist nicht versichert. Prüf gezielt Turbolader, Automatikgetriebe, Steuergeräte und – beim E-Auto – die Antriebsbatterie.
- Erstattungsquote klären: 100 Prozent Kostenübernahme oder nur ein Anteil? Manche günstigen Tarife erstatten nur die Hälfte der Materialkosten.
- Selbstbeteiligung passend wählen: Niedrige SB lohnt bei mehreren kleinen Fällen, hohe SB, wenn du nur den großen Schaden absichern willst.
- Werkstattbindung prüfen: Hersteller-Anschlussgarantien binden meist an die Vertragswerkstatt. Markenoffene Policen erlauben oft die freie Wahl – für dich in Rostock und Umgebung ein spürbarer Unterschied bei Wegen und Terminen.
- Wartezeit vermeiden: Mit technischem Garantie-Check vor Vertragsbeginn entfällt die Wartezeit von bis zu drei Monaten in der Regel.
- Kündigungsfrist notieren: Die automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr ist Standard.
- Wartungsplan einhalten: Inspektionen fristgerecht, dokumentiert, in einer autorisierten Werkstatt. Alle Rechnungen aufbewahren.
- Prämienanpassung einkalkulieren: Steigerungen von 15 Prozent binnen eines Jahres kommen vor. Frag nach, ob der Beitrag für die Laufzeit fixiert ist.
Ein Hinweis aus der Praxis: Eine beim Händler abgeschlossene Garantie lässt sich nach Ablauf nicht immer beim selben Händler verlängern. Manchmal geht das nur noch über die Online-Variante des Anbieters – dann mit anderen, meist höheren Selbstbeteiligungsstufen. Frag das vor dem Kauf ab, damit dich der Wechsel später nicht überrascht.
Wenn du ohnehin gerade nach einem Fahrzeug schaust: Bei vielen geprüften Gebrauchtwagen aus unserem Bestand ist eine Garantie bereits im Kaufpreis enthalten – vor allem bei Fahrzeugen unter fünf Jahren, üblicherweise mit zwölf Monaten Laufzeit. Und falls ein Wechsel ansteht, kannst du dein aktuelles Auto in Zahlung geben und die Garantiefrage gleich für das neue Fahrzeug klären.
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- Zwei Standorte: Theodor-Körner-Str. 45, 18106 Rostock Evershagen & Hinrichsdorfer Str. 7f, 18146 Rostock Dierkow
- Eigene Meisterwerkstatt: Jeder Gebrauchtwagen wird vor dem Verkauf durchgecheckt und aufbereitet
- Händler-Gewährleistung: mindestens 12 Monate gesetzliche Gewährleistung auf jeden Gebrauchten
- Schnelle Antwort: Anfragen beantworten wir am selben Werktag
Weiterführende Ratgeber
Häufige Fragen zur Garantieverlängerung beim Gebrauchtwagen
Was kostet eine Garantieverlängerung für einen Gebrauchtwagen?
Zwischen 100 und 800 Euro pro Jahr. Hersteller-Anschlussgarantien liegen typisch bei 200 bis 450 Euro, markenoffene Versicherer-Policen bei 200 bis 700 Euro. Preistreiber sind Fahrzeugalter, Laufleistung, Motorleistung und Deckungsumfang.
Lohnt sich eine Garantieverlängerung beim Gebrauchtwagen?
Der Break-even liegt bei etwa einem durchschnittlichen Schaden pro Jahr, also rund 764 Euro. Da 25,8 Prozent aller Schäden erst nach mehr als 360 Tagen auftreten, greift sie genau dort, wo die Gewährleistung endet.
Was ist der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung?
Die Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt nur Mängel ab, die bereits bei Übergabe vorlagen. Die Garantie ist freiwillig und deckt Schäden, die während der Laufzeit auftreten. Beide bestehen nebeneinander.
Wie lange habe ich Gewährleistung auf einen Gebrauchtwagen vom Händler?
Gesetzlich sind es zwei Jahre, in der Praxis wird die Frist beim Gebrauchtwagenkauf fast immer vertraglich auf ein Jahr verkürzt. Vollständig ausschließen darf ein Händler die Gewährleistung nach aktueller Rechtslage nicht.
Was ist bei einer Gebrauchtwagengarantie nicht abgedeckt?
Ausgeschlossen sind in der Regel Verschleißteile wie Bremsbeläge, Kupplung, Reifen, Auspuffanlage, Dichtungen und Batterie. Ebenso Unfallschäden, unsachgemäße Nutzung und Folgeschäden aus versäumter oder nicht dokumentierter Wartung.
Bis zu welchem Alter bekomme ich noch eine Garantie?
Üblich sind Grenzen von acht bis zehn Jahren Fahrzeugalter und 150.000 bis 200.000 Kilometern beim Abschluss. Für Fahrzeuge über zehn Jahre werden praktisch keine Gebrauchtwagengarantien mehr angeboten.
Brauche ich einen lückenlosen Wartungsnachweis?
Ja, praktisch immer. Versäumte Inspektionen oder Wartungen ohne Beleg zählen zu den häufigsten Ablehnungsgründen im Schadenfall. Halte die Herstellerintervalle ein und bewahre jede Rechnung auf.
