Kfz-Steuer Diesel Euro 5: So viel zahlst du wirklich

Steuer Diesel Euro 5: Kosten & Berechnung

Ein Euro-5-Diesel zahlt Kfz-Steuer auf Basis von 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum plus einem CO2-Aufschlag von 2,00 Euro pro Gramm über dem geltenden Freibetrag. Bei einem typischen 2,0-Liter-Diesel mit rund 150 g/km CO2 ergibt das im Jahr etwa 190 bis 280 Euro Gesamtsteuer, je nach Erstzulassung und genauem CO2-Wert.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Konkrete Beträge, Fristen und Voraussetzungen können sich ändern und im Einzelfall abweichen. Bei verbindlichen Entscheidungen bitte fachkundige Beratung einholen.

Was kostet ein Euro-5-Diesel an Steuern – die Berechnungsgrundlage

Die Kfz-Steuer für Dieselfahrzeuge setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem Hubraumsockel und einem CO2-abhängigen Anteil. Klingt erstmal simpel. Ist es auch – sobald du weißt, welche Zahlen du brauchst.

Für Dieselmotoren gilt seit 2009 ein Grundbetrag von 9,50 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum. Damit liegt der Dieselwert deutlich über dem Benzinpendant, der bei 2,00 Euro je 100 ccm liegt. Der Unterschied ist erheblich: Ein identisch großer Motor kostet im Diesel fast fünfmal so viel Sockelsteuer wie im Benziner.

Dazu kommt der CO2-Zuschlag. Fahrzeuge mit Erstzulassung ab dem 1. Juli 2009 zahlen 2,00 Euro pro Gramm CO2 je Kilometer, das über dem jeweils geltenden Freibetrag liegt. Dieser Freibetrag hängt vom Jahr der Erstzulassung ab – dazu gleich mehr in der Tabelle.

Welcher Freibetrag gilt für meinen Euro-5-Diesel?

Euro-5-Fahrzeuge wurden in der Regel zwischen 2009 und 2014 zugelassen. In dieser Zeitspanne galt ein CO2-Freibetrag von 120 g/km für Erstzulassungen bis 2011 und 110 g/km für spätere Erstzulassungen. Für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 2012 bis Ende 2013 liegt er bei 110 g/km, danach schrittweise weiter abgesenkt. Entscheidend ist immer das Datum der ersten Zulassung, nicht das Baujahr. Im Kfz-Brief steht dieser Wert unter Feld B (Datum der Erstzulassung).

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Kfz-Steuer Euro-5-Diesel: Konkrete Beispiele und Tabelle

Abstrakte Formeln helfen nur bedingt. Deshalb hier konkrete Beispielrechnungen für typische Motorgrößen, wie sie in Kompaktwagen, Kombis und SUVs häufig verbaut sind. Alle Werte gelten für Erstzulassung zwischen Juli 2009 und Ende 2020 – also dem typischen Zeitfenster für Euro-5-Fahrzeuge.

Stand: 2026. Der CO2-Freibetrag beträgt für diese Fahrzeuggruppe pauschal 110 g/km als Richtwert.

Hubraum Hubraum-Steuer (9,50 €/100 ccm) Beispiel CO2 (g/km) CO2-Aufschlag (2 €/g über 110) Jahressteuer gesamt (ca.)
1.400 ccm 133,00 € 120 g/km 20,00 € ca. 153 €
1.600 ccm 152,00 € 130 g/km 40,00 € ca. 192 €
2.000 ccm 190,00 € 140 g/km 60,00 € ca. 250 €
2.000 ccm 190,00 € 155 g/km 90,00 € ca. 280 €
2.200 ccm 209,00 € 160 g/km 100,00 € ca. 309 €
3.000 ccm 285,00 € 180 g/km 140,00 € ca. 425 €

Die genauen CO2-Werte deines Fahrzeugs findest du im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld V.7). Kleine Unterschiede von 5-10 g/km können schon 10-20 Euro Jahressteuer ausmachen.

Wie hoch ist die Dieselsteuer ab 2026 – hat sich etwas geändert?

Die Grundstruktur der Kfz-Steuer für Bestandsfahrzeuge mit Erstzulassung vor 2021 hat sich 2026 nicht verändert. Der Hubraumsatz von 9,50 Euro pro 100 ccm und der CO2-Zuschlag von 2,00 Euro pro Gramm gelten weiterhin.

Anders sieht es bei Neufahrzeugen aus: Für Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. Januar 2021 gilt ein deutlich schärferes CO2-Stufenmodell mit gestaffelten Sätzen zwischen 2,00 und 4,00 Euro je Gramm CO2 – je nach Emissionsklasse. Wer also heute einen Neuwagen mit Dieselmotor kauft, zahlt bei hohem CO2-Ausstoß spürbar mehr als bei einem Fahrzeug mit Erstzulassung vor 2021.

Ein Euro-5-Diesel ist typischerweise vor 2021 zugelassen. Für ihn gilt das ältere, weniger progressive Berechnungsschema. Das ist zumindest ein finanzieller Vorteil des Bestandsschutzes.

Was ändert sich beim CO2-Aufschlag für ältere Diesel?

Nichts – zumindest bisher. Der Gesetzgeber hat keine rückwirkende Anhebung der Steuersätze für bereits zugelassene Fahrzeuge beschlossen. Die Diskussionen darum laufen, eine verbindliche Änderung für Bestandsfahrzeuge ist Stand 2026 jedoch nicht in Kraft getreten. Wer seinen Euro-5-Diesel behält, zahlt weiter nach dem alten Schema.

Wie lange darf ich meinen Euro-5-Diesel noch fahren?

Die Fahrverbotsfrage beschäftigt viele Dieselbesitzer. Kurz: Es gibt kein bundesweites Fahrverbot für Euro-5-Diesel. Die Einschränkungen sind lokal und stadtabhängig.

In Städten mit Umweltzonen kann es Fahrverbote geben. Bekanntes Beispiel ist Stuttgart: Dort gelten seit Oktober 2023 Fahrverbote für Euro-5-Diesel in der Umweltzone – zumindest an Tagen mit erhöhter Feinstaubbelastung. In einigen anderen Städten wurde Euro-5 ebenfalls eingeschränkt oder steht auf der Agenda.

Für die meisten Regionen Deutschlands – darunter auch Norddeutschland und Mecklenburg-Vorpommern – gibt es aktuell keine Einschränkungen für Euro-5-Diesel. Wer überwiegend außerhalb großer Ballungsräume fährt, ist in der Regel nicht betroffen.

Die Krux ist: Wer regelmäßig in betroffene Innenstädte wie Stuttgart, Hamburg oder München fährt, sollte die lokale Regelung kennen. Denn ein Bußgeld von rund 80 Euro pro Verstoß addiert sich schnell.

Soll man noch einen Euro-5-Diesel kaufen?

Hand aufs Herz: Die Antwort hängt stark davon ab, wie und wo du fährst.

Für Menschen mit hoher Jahreskilometerleistung – grob ab 20.000 bis 25.000 Kilometer im Jahr – kann ein Diesel nach wie vor sinnvoll sein. Der niedrigere Kraftstoffverbrauch macht die höhere Steuer über die Zeit rechnerisch wett. Bei 30.000 Kilometern Jahresleistung auf der Autobahn kann ein Diesel gegenüber einem vergleichbaren Benziner immer noch Gesamtkosten sparen.

Wer jedoch häufig in Innenstädten mit Umweltzonen unterwegs ist, sollte einen Euro-5-Diesel zumindest kritisch prüfen. Die Gefahr von Fahrverboten ist real und könnte den Wert des Fahrzeugs und die Nutzbarkeit einschränken.

Aus unserer Werkstattpraxis sehen wir, dass viele Fahrzeuge mit Euro-5-Norm technisch noch in sehr gutem Zustand sind. Das Problem ist weniger die Technik als der regulatorische Rahmen, der sich in Ballungsräumen weiter verschärfen kann.

Lohnt sich ein Euro-5-Diesel noch als Gebrauchtwagen?

Als reiner Gebrauchtwagenkauf für günstige Mobilität abseits von Großstädten: ja, durchaus. Die Preise für Euro-5-Diesel sind wegen der Fahrverbots-Unsicherheit deutlich gefallen. Ein solider Kombi oder eine Limousine mit Euro-5-Diesel ist heute für 5.000 bis 12.000 Euro zu haben, teils weniger. Wer die Einschränkungen kennt und damit leben kann, bekommt viel Fahrzeug für wenig Geld. Die Steuerbelastung ist kalkulierbar. Wichtig: immer den Fahrzeugschein auf den genauen CO2-Wert prüfen – der entscheidet mit über die jährliche Steuer.

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Euro-5-Diesel im Vergleich zu Euro-6: Was kostet mehr?

Ein häufiger Irrtum: Euro-6-Fahrzeuge zahlen automatisch weniger Steuer. Das stimmt nicht pauschal. Die Kfz-Steuer hängt vom Hubraum und CO2-Wert ab – nicht direkt von der Abgasnorm.

Ein Euro-6-Diesel mit großem Hubraum und hohem CO2-Ausstoß kann mehr Steuer kosten als ein kleiner Euro-5-Diesel. Allerdings haben viele neuere Euro-6-Fahrzeuge durch effizientere Motorentechnik niedrigere CO2-Werte, was die Steuer senkt.

Relevant ist außerdem: Euro-6-Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 2021 unterliegen dem neuen progressiven CO2-Stufenmodell. Für Diesel-SUVs mit 180 g/km kann das erheblich teurer werden als beim alten Schema. Pi mal Daumen: Wer ein Euro-6-Fahrzeug mit Erstzulassung ab 2021 und hohem CO2-Wert fährt, zahlt teils 30-50 Prozent mehr CO2-Steuer als unter dem alten System.

Norm / Erstzulassung Hubraum-Satz Diesel CO2-Freibetrag (ca.) CO2-Satz über Freibetrag
Euro 5 (EZ 2009-2020) 9,50 € / 100 ccm 110-120 g/km 2,00 € / g
Euro 6 (EZ vor 2021) 9,50 € / 100 ccm 95-110 g/km 2,00 € / g
Euro 6 (EZ ab 2021) 9,50 € / 100 ccm 95 g/km 2,00-4,00 € / g (gestaffelt)

Für eine exakte Steuerberechnung lohnt sich der offizielle Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums – dort einfach Hubraum, CO2-Wert und Erstzulassung eingeben.

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Häufige Fragen

Was kostet ein Euro-5-Diesel an Steuern pro Jahr?

Das hängt von Hubraum und CO2-Wert ab. Ein typischer 1,6-Liter-Diesel mit rund 130 g/km CO2 zahlt etwa 190-200 Euro im Jahr. Ein 2,0-Liter-Diesel mit 150 g/km liegt bei rund 250 Euro. Größere Motoren mit höherem CO2-Ausstoß – etwa 3,0 Liter mit 180 g/km – können 400 Euro und mehr kosten. Den genauen Wert liefert der CO2-Eintrag im Fahrzeugschein in Verbindung mit dem Kfz-Steuer-Rechner.

Was kostet ein 2,0-Liter-Diesel an Steuern?

Bei 2.000 ccm Hubraum fallen 20 mal 9,50 Euro = 190 Euro Hubraum-Grundsteuer an. Dazu kommt der CO2-Zuschlag: Bei 140 g/km CO2 und einem Freibetrag von 110 g/km sind das 30 Gramm mal 2,00 Euro = 60 Euro. Gesamtsteuer: rund 250 Euro im Jahr. Bei 155 g/km CO2 wären es rund 280 Euro, bei 165 g/km etwa 300 Euro. Maßgeblich ist immer der im Fahrzeugschein eingetragene CO2-Wert.

Wie hoch ist die Dieselsteuer ab 2026?

Für Euro-5-Diesel mit Erstzulassung vor 2021 hat sich 2026 nichts geändert. Es gilt weiterhin: 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum plus 2,00 Euro pro Gramm CO2 über dem Freibetrag. Das neue, progressivere Stufenmodell mit Sätzen bis 4,00 Euro je Gramm gilt nur für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab dem 1. Januar 2021 und betrifft Euro-5-Fahrzeuge daher in aller Regel nicht.

Wie lange darf ich meinen Euro-5-Diesel noch fahren?

Bundesweit gibt es kein Fahrverbot für Euro-5-Diesel. Einige Städte mit Umweltzonen – allen voran Stuttgart – haben jedoch Fahrverbote für Euro-5-Diesel eingeführt, teils dauerhaft, teils an Feintag-Tagen. In den meisten deutschen Regionen, insbesondere im ländlichen Raum und in Norddeutschland, sind Euro-5-Diesel weiterhin uneingeschränkt zugelassen. Wer regelmäßig in betroffene Innenstädte fährt, sollte die aktuellen Regelungen der jeweiligen Stadt prüfen.

Soll man noch einen Euro-5-Diesel kaufen?

Für Vielfahrer außerhalb von Großstädten kann ein Euro-5-Diesel noch wirtschaftlich sinnvoll sein – die Preise sind gesunken, die Steuer ist kalkulierbar. Wer häufig in Innenstädte mit Umweltzonen fährt, sollte jedoch vorsichtig sein: Fahrverbote schränken die Nutzbarkeit ein und drücken den Wiederverkaufswert. Eine nüchterne Kalkulation aus Kaufpreis, Steuer, Verbrauch und möglichen Fahrverboten hilft bei der Entscheidung mehr als eine pauschale Empfehlung.

Lohnt sich der Kauf eines Euro-5-Dieselautos noch?

Das ist eine Frage der individuellen Nutzung. Dieselantriebe rechnen sich in der Regel erst ab etwa 20.000 bis 25.000 Kilometer Jahresfahrleistung gegenüber einem vergleichbaren Benziner. Dazu kommt: Euro-5-Fahrzeuge sind technisch oft gut erhalten, aber regulatorisch unsicherer als Euro-6-Modelle. Wer überwiegend Landstraße und Autobahn fährt, wenig Großstadtverkehr hat und einen niedrigen Einstiegspreis sucht, findet im Euro-5-Diesel durchaus ein vernünftiges Angebot.

Was zahlt ein Euro-6-Diesel weniger Steuern als ein Euro-5-Diesel?

Nicht automatisch. Die Kfz-Steuer richtet sich nach Hubraum und CO2-Wert, nicht nach der Abgasnorm. Ein Euro-6-Diesel mit niedrigerem CO2-Wert zahlt weniger – nicht wegen der Norm, sondern wegen der geringeren Emissionen. Gleichzeitig können Euro-6-Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 2021 durch das neue Stufenmodell bei hohem CO2-Ausstoß teurer besteuert werden als ältere Euro-5-Modelle unter dem alten Schema.

Wo finde ich den CO2-Wert meines Fahrzeugs für die Steuerberechnung?

Der CO2-Wert steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I (dem Fahrzeugschein) unter dem Feld V.7 – angegeben in Gramm pro Kilometer. Dieser Wert ist die Grundlage für den CO2-Anteil der Kfz-Steuer. Bei älteren Fahrzeugen ohne eingetragenen CO2-Wert – etwa bei Erstzulassung vor Juli 2009 – gilt eine andere Berechnungsformel auf reiner Hubraumbasis.

Wer unsicher ist, welche Steuerklasse für das eigene Fahrzeug gilt, oder wer einen Gebrauchtwagen-Kauf prüfen möchte: In unserer Werkstatt in Rostock schauen wir uns Fahrzeugschein und Fahrzeugzustand gern gemeinsam an – damit du weißt, was dich wirklich erwartet.