Kfz-Steuer Diesel Euro 6: So wird sie berechnet

Steuer Diesel Euro 6: Berechnung & aktuelle Kosten

Die Kfz-Steuer für einen Euro-6-Diesel setzt sich aus einem Grundbetrag von 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum und einer CO2-Komponente zusammen. Je nach Hubraum und CO2-Ausstoß liegen die jährlichen Kosten typischerweise zwischen rund 150 und 500 Euro. Das genaue Datum der Erstzulassung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Konkrete Beträge, Fristen und Voraussetzungen können sich ändern und im Einzelfall abweichen. Bei verbindlichen Entscheidungen bitte fachkundige Beratung einholen.

Wie wird die Kfz-Steuer für einen Diesel mit Euro 6 berechnet?

Zwei Bausteine bestimmen, was du jährlich für deinen Diesel überweist: der hubraumbezogene Grundbetrag und die CO2-Komponente. Klingt simpel? Ist es auch – zumindest im Grundprinzip.

Für alle Diesel-Pkw, die ab dem 1. Juli 2009 erstmals zugelassen wurden, gilt ein einheitlicher Grundbetrag von 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum. Euro-6-Fahrzeuge fallen grundsätzlich alle in diese Kategorie, da die Norm frühestens 2014 für neue Typgenehmigungen verpflichtend wurde. Der Grundbetrag ist damit unabhängig von der Schadstoffklasse – entscheidend ist das Erstzulassungsdatum.

Zum Grundbetrag kommt die CO2-Steuer hinzu. Hier wird es etwas differenzierter, denn der Freibetrag – also der CO2-Wert, bis zu dem keine Zusatzsteuer anfällt – hängt vom Zulassungsjahr ab. Für Fahrzeuge, die zwischen 2012 und 2020 zugelassen wurden, liegt dieser Freibetrag bei 110 g/km. Für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2021 greift ein progressives Staffelmodell, bei dem der effektive Freibetrag auf 95 g/km sinkt und höhere CO2-Werte mit gestaffelten Sätzen besteuert werden.

Was ist der CO2-Steuersatz konkret?

Für den CO2-Anteil gelten ab Erstzulassung 2021 gestaffelte Sätze: Für CO2-Werte bis 95 g/km fällt keine CO2-Steuer an. Zwischen 96 und 115 g/km werden 2,00 Euro je g/km berechnet, zwischen 116 und 135 g/km sind es 2,20 Euro, zwischen 136 und 155 g/km 2,50 Euro, zwischen 156 und 175 g/km 2,90 Euro und über 175 g/km 3,40 Euro je g/km. Je älter das Zulassungsjahr (vor 2021), desto günstiger ist der CO2-Anteil in der Regel, weil nur ein einheitlicher Satz von 2,00 Euro und ein höherer Freibetrag gelten.

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Konkrete Beispiele: Was kostet ein Euro-6-Diesel an Steuern?

Zahlen sagen mehr als Erklärungen. Deshalb hier einige realistische Berechnungsbeispiele für typische Motorisierungen – basierend auf dem Stand 2026.

Hubraum CO2-Ausstoß (g/km) Zulassung Grundbetrag CO2-Anteil Jahressteuer gesamt
1.499 ccm (1,5 l) 115 g/km vor 2021 152,00 € 10,00 € ca. 162 €
1.968 ccm (2,0 l) 130 g/km vor 2021 190,00 € 40,00 € ca. 230 €
1.968 ccm (2,0 l) 140 g/km ab 2021 190,00 € 121,50 € ca. 312 €
2.967 ccm (3,0 l) 160 g/km vor 2021 285,00 € 100,00 € ca. 385 €
2.967 ccm (3,0 l) 175 g/km ab 2021 285,00 € 221,50 € ca. 507 €

Kurz: Je größer der Motor und je höher der CO2-Ausstoß, desto stärker schlägt die Steuer zu Buche – besonders bei Fahrzeugen mit Erstzulassung ab 2021.

Was kostet ein 2,0-Diesel an Steuern?

Ein typischer 2,0-Liter-Diesel mit rund 1.968 ccm Hubraum zahlt allein über den Grundbetrag 190 Euro im Jahr. Liegt der CO2-Ausstoß bei 130 g/km und das Fahrzeug wurde vor 2021 zugelassen, kommen noch 40 Euro CO2-Anteil hinzu: Gesamt also rund 230 Euro. Bei neueren Zulassungen ab 2021 und etwas höheren CO2-Werten (z.B. 140 g/km) steigt die Jahressteuer auf rund 300 bis 320 Euro.

Wie viel Steuern fallen für einen 3,0-Diesel an?

Größere Dieselantriebe mit rund 3,0 Litern Hubraum (ca. 2.967 ccm) zahlen einen Grundbetrag von 285 Euro jährlich. Dazu kommt der CO2-Anteil, der je nach Zulassungsjahr und tatsächlichem Ausstoß zwischen 50 und 220 Euro liegen kann. Pi mal Daumen rechnet man bei einem gebrauchten SUV oder Kombi mit großem Dieselmotor mit Jahressteuerbeträgen zwischen 350 und 520 Euro – Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 2021 tendieren zur oberen Grenze.

Euro 6 Diesel und AdBlue: Hat das Einfluss auf die Steuer?

Nein. Ob ein Diesel die Euro-6-Norm über ein SCR-System mit AdBlue-Einspritzung erfüllt oder über eine andere Abgasnachbehandlung, spielt für die Kfz-Steuer keine Rolle. Die Berechnung basiert ausschließlich auf Hubraum, CO2-Ausstoß und Erstzulassungsdatum. Weder die konkrete Abgastechnik noch die Euro-Norm-Variante (Euro 6b, 6c, 6d, 6d-temp) verändern den Steuersatz direkt.

Was AdBlue aber mittelbar beeinflussen kann: Fahrzeuge mit moderner SCR-Technik haben in der Praxis oft niedrigere CO2-Messwerte im WLTP-Zyklus, was sich positiv auf den CO2-Anteil der Kfz-Steuer auswirken kann. Das ist allerdings kein pauschaler Effekt, sondern hängt vom jeweiligen Modell ab.

Aus unserer Werkstattpraxis wissen wir: Bei der Inspektion von Euro-6-Dieseln mit AdBlue-System ist die Überwachung des Füllstands Routine. Wer den AdBlue-Tank vernachlässigt, riskiert im schlechtesten Fall eine Leistungsreduzierung – das hat jedoch mit Steuern nichts zu tun.

Kann man einen Euro-6-Diesel bedenkenlos kaufen?

Die Frage klingt einfach, hat aber mehrere Dimensionen. Zur Steuer-Situation lässt sich sagen: Euro-6-Diesel unterliegen denselben Berechnungsregeln wie alle anderen aktuellen Pkw. Es gibt keine steuerliche Benachteiligung für diese Norm – eher im Gegenteil, denn die früher geltende Steuerbefreiung von bis zu 150 Euro jährlich für neue Euro-6-Fahrzeuge (gültig zwischen 2011 und 2013 für Neuzulassungen) ist zwar ausgelaufen, aber eine explizite Strafsteuer existiert nicht.

Was die Fahrverbote betrifft: Die in einigen deutschen Städten bestehenden Fahrverbote richten sich in der Regel gegen Fahrzeuge mit Euro-5-Norm oder älter. Für Euro-6-Diesel sind bundesweit keine vergleichbaren Einschränkungen in Kraft. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass keine künftigen Regulierungen kommen könnten – die Krux ist, dass politische Entscheidungen schwer vorherzusagen sind.

Hand aufs Herz: Wer heute einen Euro-6-Diesel kauft, erwirbt ein Fahrzeug mit aktuell gültiger Abgasnorm, ohne unmittelbares Fahrverbotsrisiko und mit einer Kfz-Steuer, die sich nach den allgemeinen Regeln richtet. Ein Restrisiko bei zukünftigen Umweltpolitik-Entscheidungen bleibt – wie bei jedem Verbrennungsmotor.

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Kfz-Steuer Diesel im Vergleich: Euro 4, Euro 5, Euro 6

Die Schadstoffklasse selbst verändert die Berechnungsformel nicht direkt. Entscheidend ist das Erstzulassungsdatum. Da ältere Fahrzeuge (Euro 4, Euro 5) zwangsläufig früher zugelassen wurden, profitieren sie noch von älteren, teils günstigeren CO2-Freibeträgen – oder umgekehrt von höheren CO2-Austoßwerten, die die Steuer treiben.

Abgasnorm Typisches Zulassungsjahr Grundbetrag je 100 ccm CO2-Freibetrag
Euro 4 2005-2009 9,50 € (ab 1.7.2009) bzw. älterer Satz 120 g/km (bei Zulassung 2012+)
Euro 5 2009-2014 9,50 € 110-120 g/km
Euro 6 ab 2014 9,50 € 95-110 g/km (je nach Zulassungsjahr)

Der Grundbetrag von 9,50 Euro je 100 ccm gilt also für alle Diesel-Pkw mit Erstzulassung ab Juli 2009 – unabhängig davon, ob Euro 5 oder Euro 6 im Fahrzeugschein steht. Den Unterschied macht die CO2-Komponente, und die hängt stärker vom Zulassungsjahr als von der Abgasnorm ab.

Wie hoch ist die Dieselsteuer ab 2026?

Im Jahr 2026 gelten für Diesel-Pkw dieselben Basissätze wie in den Vorjahren: 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum als Grundbetrag. Änderungen am Berechnungssystem wurden vom Gesetzgeber für 2026 nicht beschlossen. Was sich jedoch jährlich fortschreibt, sind die CO2-Bestandteile bei Fahrzeugen mit Erstzulassung ab 2021 – hier sorgt das progressive Staffelmodell dafür, dass höhere CO2-Werte spürbar teurer werden.

Diskutiert wird seit Jahren eine grundlegende Reform der Kfz-Steuer, die stärker auf CO2 und weniger auf Hubraum abstellen soll. Konkrete Beschlüsse für 2026 liegen dazu Stand heute nicht vor. Wer ein älteres Euro-6-Fahrzeug besitzt (Zulassung vor 2021), zahlt weiterhin nach dem einfacheren Modell mit 2,00 Euro je g/km über dem Freibetrag.

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Häufige Fragen

Was kostet ein Euro-6-Diesel an Steuern?

Die Jahressteuer für einen Euro-6-Diesel liegt je nach Hubraum und CO2-Ausstoß üblicherweise zwischen rund 150 und 520 Euro. Basis ist der Grundbetrag von 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum, plus eine CO2-Komponente für Emissionen oberhalb des Freibetrags. Ein typischer 2,0-Liter-Diesel mit 130 g/km CO2 zahlt bei Zulassung vor 2021 rund 230 Euro jährlich.

Wie viel Steuern fallen für einen 3,0-Diesel an?

Bei einem 3,0-Liter-Diesel (ca. 2.967 ccm) beträgt der Grundbetrag bereits 285 Euro im Jahr. Hinzu kommt die CO2-Komponente, die je nach Zulassungsjahr und Ausstoß zwischen 50 und 220 Euro liegen kann. Gesamtrechnung: Üblicherweise 350 bis 520 Euro Jahressteuer, wobei Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 2021 und höherem CO2-Wert eher an der oberen Grenze liegen.

Wie hoch ist die Dieselsteuer ab 2026?

Der Basissatz für Diesel-Pkw bleibt 2026 unverändert bei 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum. Dazu kommt die CO2-Komponente nach dem Zulassungsdatum. Für Fahrzeuge ab Erstzulassung 2021 gilt ein progressives Staffelmodell mit Sätzen zwischen 2,00 und 3,40 Euro je g/km CO2 über dem Freibetrag von 95 g/km. Grundlegende Reformbeschlüsse für 2026 liegen nicht vor.

Was kostet ein 2,0-Diesel an Steuern?

Ein 2,0-Liter-Diesel mit typischerweise 1.968 ccm zahlt einen jährlichen Grundbetrag von 190 Euro. Bei einem CO2-Wert von 130 g/km und Zulassung vor 2021 kommen weitere 40 Euro CO2-Anteil hinzu, macht rund 230 Euro Jahressteuer. Bei Zulassung ab 2021 und 140 g/km CO2 steigt die Steuer auf rund 310 bis 320 Euro jährlich.

Kann man einen Euro-6-Diesel bedenkenlos kaufen?

Steuerlich gibt es keine Benachteiligung für Euro-6-Diesel. Die aktuell in einigen Städten geltenden Fahrverbote betreffen hauptsächlich Euro-5-Fahrzeuge und ältere – Euro 6 ist davon in der Regel nicht betroffen. Dennoch lässt sich kein vollständiges Fahrverbot-Risiko für die Zukunft ausschließen, da politische Entscheidungen nicht langfristig absehbar sind. Wer ein gut gewartetes Euro-6-Fahrzeug kauft, bewegt sich aktuell auf der sicheren Seite.

Hat AdBlue Einfluss auf die Kfz-Steuer beim Euro-6-Diesel?

Nein, direkt nicht. Ob ein Diesel mit SCR-Katalysator und AdBlue-System ausgestattet ist oder nicht, verändert den Steuersatz nicht. Die Berechnungsgrundlage bleibt Hubraum, CO2-Ausstoß und Erstzulassungsdatum. Mittelbar kann ein AdBlue-System aber niedrigere WLTP-CO2-Werte begünstigen, was sich positiv auf den CO2-Anteil der Steuer auswirken kann – das ist jedoch kein pauschaler Effekt.

Wie unterscheidet sich die Kfz-Steuer von Euro-5- und Euro-6-Dieseln?

Die Abgasnorm selbst verändert den Steuersatz nicht. Der Grundbetrag von 9,50 Euro je 100 ccm gilt für alle Diesel mit Erstzulassung ab Juli 2009, also für Euro 5 und Euro 6 gleichermaßen. Den Unterschied macht das Erstzulassungsjahr: Es bestimmt den CO2-Freibetrag und die anzuwendenden CO2-Steuersätze. Ältere Euro-5-Fahrzeuge profitieren teils von höheren Freibeträgen, haben aber oft höhere CO2-Messwerte.

Wo kann ich die Kfz-Steuer für meinen Diesel berechnen?

Der offizielle Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums auf bundesfinanzministerium.de ermöglicht eine genaue Berechnung auf Basis aller relevanten Fahrzeugdaten. Benötigt werden Hubraum, CO2-Ausstoß (aus Fahrzeugschein oder Zulassungsbescheinigung Teil I) und das Datum der Erstzulassung. Die Angaben findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den entsprechenden Feldern.

Wer unsicher ist, welche Werte im Fahrzeugschein für die Steuerberechnung maßgeblich sind, kann diese in der Zulassungsbescheinigung Teil I nachschlagen – oder bei Fragen rund um Fahrzeugpapiere und technische Daten direkt in einer Werkstatt nachfragen.