Steuer auf Diesel: Welche Abgaben stecken im Preis?
Steuer auf Diesel fällt in Deutschland zweifach an: Die Energiesteuer beträgt 47,04 Cent pro Liter, hinzu kommen die CO₂-Abgabe sowie 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Gesamtpreis. Zusätzlich zahlen Diesel-Fahrzeughalter eine höhere Kfz-Steuer als Benzinerfahrer. Insgesamt macht der Steueranteil beim Diesel rund 56 Prozent des Zapfsäulenpreises aus (Stand 2026).
Welche Steuern stecken im Dieselpreis?
Wer an der Zapfsäule tankt, zahlt nicht nur für den Kraftstoff selbst. Ein erheblicher Teil des Preises fließt direkt an den Staat. Beim Diesel sind das drei verschiedene Abgaben, die nacheinander greifen und sich gegenseitig beeinflussen.
Die erste und gewichtigste Komponente ist die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer). Sie beträgt für Diesel aktuell 47,04 Cent je Liter. Für Benzin liegt dieser Satz höher: 65,45 Cent pro Liter. Dieser Unterschied war ursprünglich politisch gewollt, um den damals effizienteren Diesel zu fördern. Heute wird er zunehmend kritisch diskutiert.
Die zweite Abgabe ist die CO₂-Abgabe, auch nationaler CO₂-Preis genannt. Sie wird auf Basis des Kohlendioxid-Ausstoßes beim Verbrennen des Kraftstoffs berechnet. 2026 liegt der CO₂-Preis im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Pro Liter Diesel ergibt das einen Aufschlag von rund 14 bis 17 Cent.
Drittens kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Und die Krux ist: Sie wird nicht nur auf den reinen Kraftstoffpreis berechnet, sondern auf den Gesamtbetrag inklusive Energiesteuer und CO₂-Abgabe. Effektiv wird also eine Steuer auf Steuern erhoben.
Wie viel Steuern sind auf 1 l Diesel?
Bei einem angenommenen Dieselpreis von rund 1,65 Euro pro Liter (Frühjahr 2026) setzt sich der Preis ungefähr so zusammen: Der Netto-Kraftstoffanteil (Rohöl, Raffinerie, Vertrieb) macht etwa 70 Cent aus. Die Energiesteuer schlägt mit 47,04 Cent zu Buche, die CO₂-Abgabe mit rund 15 Cent. Auf die Summe aus all diesen Posten folgt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent – das sind noch einmal rund 26 Cent. Insgesamt trägt der Staat also etwa 88 Cent je Liter ein. Das entspricht rund 53 bis 56 Prozent des Endpreises.
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Verfügbare Fahrzeuge ansehenWie hoch ist die Dieselsteuer im Jahr 2026?
Die Energiesteuer selbst hat sich gegenüber 2025 nicht verändert: Sie bleibt bei 47,04 Cent pro Liter Diesel. Was sich ändert, ist der CO₂-Preis. Er steigt planmäßig an und liegt 2026 laut dem nationalen Emissionshandel (nEHS) bei 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂.
Der ADAC hat ausgerechnet, dass der Schritt von 2025 auf 2026 Diesel um mehr als 3 Cent pro Liter zusätzlich verteuern kann – allein durch die CO₂-Komponente. Wer also regelmäßig tankt, merkt das über das Jahr hinweg deutlich im Geldbeutel.
Hinweis für 2026: Der Bundestag hat eine befristete Absenkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel für den Zeitraum 1. Mai bis 30. Juni 2026 beschlossen. In diesem Zeitfenster kann der Energiesteuersatz vorübergehend sinken. Ob und wie stark das an der Zapfsäule ankommt, hängt von der Weitergabe durch die Mineralölkonzerne ab.
| Steuerkomponente | Diesel 2026 | Benzin 2026 (zum Vergleich) |
|---|---|---|
| Energiesteuer | 47,04 Cent/l | 65,45 Cent/l |
| CO₂-Abgabe (nEHS) | ca. 14-17 Cent/l | ca. 12-15 Cent/l |
| Mehrwertsteuer (19 %) | ca. 24-27 Cent/l | ca. 27-30 Cent/l |
| Steueranteil gesamt (ca.) | rund 56 % des Endpreises | rund 64 % des Endpreises |
Was ändert sich für Dieselfahrer 2026?
Kurzum: Der Diesel wird teurer, auch wenn die Energiesteuer formal konstant bleibt. Der steigende CO₂-Preis ist der entscheidende Treiber. Das trifft Vielfahrer stärker als Gelegenheitsnutzer.
Gleichzeitig läuft die Debatte über die sogenannte Dieselsubvention auf Touren. Der niedrigere Energiesteuersatz gegenüber Benzin gilt politisch zunehmend als Anachronismus. Verschiedene Studien und Organisationen fordern eine Angleichung auf das Benzin-Niveau von 65,45 Cent. Das würde den Liter Diesel rechnerisch um rund 18 Cent verteuern. Ein solcher Schritt ist für 2026 noch nicht beschlossen, bleibt aber ein ernsthaftes politisches Diskussionsthema.
Für 2027 ist eine weitere Erhöhung des CO₂-Preises vorgesehen. Nach aktuellem Stand könnte der Preis je Tonne CO₂ auf 65 Euro oder darüber angehoben werden, was Diesel erneut um 1 bis 2 Cent je Liter verteuern würde.
Was ändert sich konkret an der Kfz-Steuer für Diesel?
Die Kfz-Steuer für Dieselfahrzeuge liegt deutlich über der für Benziner. Pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum zahlen Dieselhalter 9,50 Euro, Benzinerfahrer nur 2,00 Euro. Dazu kommt ein CO₂-abhängiger Zuschlag für Neuzulassungen ab 2021. Ein Dieselkombi mit 2,0-Liter-Motor und 150 g/km CO₂ kommt so auf eine Jahressteuer von rund 400 bis 600 Euro – je nach genauen Emissionswerten. Für 2026 sind keine grundlegenden Änderungen bei der Kfz-Steuer-Berechnung geplant.
Was kostet ein 2,0-Liter-Diesel an Steuern?
Die Frage nach den Steuern für einen 2,0-Liter-Diesel ist zweigeteilt: einmal die laufende Kfz-Steuer, einmal die Kraftstoffsteuern beim Tanken.
Kfz-Steuer: Bei einem typischen 2,0-Liter-Diesel (1.968 ccm) ergibt sich allein aus dem Hubraumanteil: 20 angefangene 100-ccm-Einheiten x 9,50 Euro = 190 Euro. Hinzu kommt der CO₂-Zuschlag, der je nach Fahrzeugtyp und Erstzulassungsjahr erheblich variiert. Für einen modernen SUV mit 160 g/km CO₂ und Erstzulassung nach 2021 kommen leicht 200 bis 300 Euro CO₂-Zuschlag dazu. Gesamtsteuer: Pi mal Daumen 380 bis 500 Euro jährlich.
Kraftstoffsteuern beim Tanken: Ein 2,0-Liter-Diesel verbraucht im Schnitt 6 bis 8 Liter auf 100 km. Bei 15.000 km im Jahr sind das rund 900 bis 1.200 Liter. Auf jeden Liter entfallen etwa 85 bis 92 Cent an Steuern (Energiesteuer + CO₂-Abgabe + MwSt.). Das macht rund 765 bis 1.104 Euro im Jahr, die allein als Steuern beim Tanken anfallen.
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Wann lohnt sich ein Diesel gegenüber einem Benziner?
Die klassische Faustregel lautet: ab 15.000 Kilometer pro Jahr. Warum? Weil Dieselfahrzeuge in der Anschaffung teurer sind und die Kfz-Steuer höher liegt, der geringere Kraftstoffverbrauch aber bei hoher Jahresleistung diesen Nachteil ausgleicht.
Konkretes Rechenbeispiel: Ein Kompaktwagen mit Dieselmotor verbraucht im Schnitt 5,5 Liter, der vergleichbare Benziner 7,0 Liter. Bei einem Preisunterschied von rund 10 bis 15 Cent je Liter zwischen Diesel und Benzin (Diesel günstiger) spart man auf 15.000 km rund 180 bis 250 Euro allein beim Kraftstoff. Zieht man die höhere Kfz-Steuer (Mehrbelastung von rund 150 bis 200 Euro gegenüber dem Benziner) ab, bleibt ein kleines Plus.
Wer unter 10.000 km im Jahr fährt, für den rechnet sich der Diesel selten. Wer hingegen regelmäßig Langstrecke fährt – also 20.000 km und mehr – für den bleibt der Diesel trotz steigender CO₂-Abgaben oft noch die wirtschaftlichere Wahl. Entscheidend ist außerdem, ob das Fahrzeug überwiegend auf Autobahnen oder im Stadtverkehr bewegt wird: Im Stop-and-go verliert der Diesel seinen Verbrauchsvorteil erheblich.
Wie setzt sich der Dieselpreis an der Zapfsäule zusammen?
Hinter dem Preis auf der Zapfsäule steckt eine Kalkulation aus mehreren Schichten. Von unten nach oben:
- Rohstoffkosten: Der Rohölpreis in US-Dollar, umgerechnet in Euro, bildet die Basis. Er schwankt täglich und macht je nach Marktlage 25 bis 45 Prozent des Endpreises aus.
- Raffinerie und Logistik: Verarbeitung, Transport, Lagerhaltung und Vertrieb summieren sich auf rund 8 bis 12 Cent je Liter.
- Energiesteuer: Fix bei 47,04 Cent je Liter Diesel.
- CO₂-Abgabe: Variabel, 2026 rund 14 bis 17 Cent je Liter.
- Mehrwertsteuer (19 %): Ergibt sich auf den Gesamtbetrag – also auf Rohstoffkosten, Logistik, Energiesteuer und CO₂-Abgabe zusammen.
Aus unserer Werkstattpraxis wissen wir: Viele Fahrerinnen und Fahrer sind überrascht, wie gering der eigentliche Kraftstoffanteil am Preis ist. Der Staat kassiert mehr als die Hälfte – das ist kein Mythos, sondern Mathematik.
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Häufige Fragen
Wie viel Steuern sind auf 1 l Diesel?
Auf einen Liter Diesel entfallen in Deutschland die Energiesteuer von 47,04 Cent, die CO₂-Abgabe von rund 14 bis 17 Cent (Stand 2026) sowie 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Gesamtpreis. In der Summe machen Steuern und Abgaben bei einem Endpreis von etwa 1,65 Euro rund 85 bis 92 Cent aus – das entspricht ungefähr 53 bis 56 Prozent des Literpreises.
Wie hoch ist die Dieselsteuer im Jahr 2026?
Die Energiesteuer auf Diesel liegt 2026 unverändert bei 47,04 Cent pro Liter. Hinzu kommt die CO₂-Abgabe, die im nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) auf 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂ angesetzt ist. Für einen Liter Diesel bedeutet das einen CO₂-Aufschlag von rund 14 bis 17 Cent. Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent kommt obendrauf. Insgesamt verteuert sich Diesel 2026 gegenüber 2025 um mehr als 3 Cent pro Liter durch die CO₂-Komponente.
Wie hoch ist die Dieselsteuer ab 2026 – und ändert sie sich befristet?
Der Bundestag hat eine befristete Absenkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel für den Zeitraum 1. Mai bis 30. Juni 2026 beschlossen. In diesem Zeitfenster kann der Energiesteuersatz vorübergehend sinken. Ob das vollständig an der Zapfsäule ankommt, hängt davon ab, ob Tankstellenbetreiber und Mineralölkonzerne die Senkung weitergeben. Nach dem 30. Juni 2026 gilt wieder der reguläre Satz von 47,04 Cent je Liter.
Wie viel CO₂-Steuer pro Liter Diesel 2027?
Für 2027 ist im Rahmen des nationalen Emissionshandelssystems eine weitere Erhöhung des CO₂-Preises vorgesehen. Der genaue Wert ist noch nicht final festgelegt, wird aber voraussichtlich bei 65 Euro oder darüber je Tonne CO₂ liegen. Pro Liter Diesel würde das einen CO₂-Aufschlag von rund 17 bis 18 Cent bedeuten – gegenüber 2026 also nochmals 1 bis 2 Cent mehr. Was kostet der Diesel ab 2027? Rein durch die CO₂-Komponente könnte er 1 bis 3 Cent teurer werden als 2026.
Wann lohnt sich ein Diesel gegenüber einem Benziner?
Als grobe Faustregel gilt: ab etwa 15.000 Kilometer pro Jahr. Wer mehr fährt, profitiert vom geringeren Verbrauch und dem (trotz steigender CO₂-Abgabe) meistens günstigeren Literpreis gegenüber Benzin. Wer unter 10.000 km jährlich bleibt, gleicht den Preisvorteil beim Tanken kaum aus – die höhere Kfz-Steuer und eventuell höhere Anschaffungskosten überwiegen dann. Langstrecken auf der Autobahn begünstigen den Diesel zusätzlich; reiner Stadtbetrieb schwächt seinen Vorteil deutlich ab.
Was kostet ein 2,0-Liter-Diesel an Kfz-Steuer?
Für einen 2,0-Liter-Diesel (ca. 1.968 ccm) ergibt sich ein Hubraumanteil von rund 190 Euro jährlich (20 x 9,50 Euro). Dazu kommt ein CO₂-abhängiger Zuschlag, der je nach Emissionswert und Erstzulassungsjahr zwischen 100 und 350 Euro liegen kann. In der Gesamtschau zahlen Halter eines typischen Dieselkombis oder SUV mit 2,0-Liter-Motor meist zwischen 380 und 550 Euro Kfz-Steuer im Jahr.
Was kostet 1 Liter Diesel ohne Steuern?
Zieht man Energiesteuer, CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer vom Endpreis ab, verbleiben bei einem Dieselpreis von rund 1,65 Euro etwa 70 bis 80 Cent als reiner Nettokraftstoffpreis. Darin enthalten sind Rohölkosten, Raffinierungskosten, Transport und Vertrieb sowie die Handelsmarge. Der Rohölanteil allein schwankt stark – je nach Weltmarktlage zwischen 30 und 50 Cent je Liter.
Ist Diesel steuerlich begünstigt gegenüber Benzin?
Ja, formal schon: Die Energiesteuer auf Diesel beträgt 47,04 Cent je Liter, die auf Benzin 65,45 Cent – ein Unterschied von rund 18 Cent. Diese Differenz wird oft als „Dieselsubvention“ bezeichnet. Allerdings gleichen die höhere Kfz-Steuer für Dieselfahrzeuge und die etwas höhere CO₂-Abgabe je Liter diesen Vorteil teilweise aus. Politisch steht die Privilegierung seit Jahren zur Debatte; eine Angleichung der Energiesteuersätze ist bislang nicht beschlossen.
Wer seinen Diesel gut in Schuss hält, profitiert langfristig von geringerem Verbrauch – und damit auch von niedrigeren Tankkosten trotz steigender Abgaben. Regelmäßige Inspektionen zahlen sich hier buchstäblich aus.
