EU-Reimport Gebrauchtwagen: Vor- und Nachteile 2026

EU-Reimport-Gebrauchtwagen sind bis zu 25 % günstiger als vergleichbare Fahrzeuge auf dem deutschen Markt – bei identischer Produktionsqualität und europaweit gültiger Herstellergarantie. Das Prinzip ist simpel: Ein Fahrzeug wird in Deutschland produziert, ins EU-Ausland exportiert und anschließend wieder nach Deutschland eingeführt. Wer die Spielregeln kennt, spart mehrere Tausend Euro. Wer sie nicht kennt, riskiert böse Überraschungen bei Garantie, Wiederverkauf und Ausstattung. Dieser Artikel legt alles offen.

Was ist ein EU-Reimport und wie funktioniert er?

Der Begriff klingt komplizierter, als er ist. Ein EU-Reimport bezeichnet ein Fahrzeug, das ursprünglich in Deutschland produziert wurde, dann in ein anderes EU-Land exportiert wurde – und schließlich wieder nach Deutschland zurückkommt. Der Grund: Hersteller passen ihre Nettopreise an die lokale Kaufkraft des jeweiligen Landes an. In Dänemark, den Niederlanden oder Griechenland liegen diese Nettopreise teils deutlich unter dem deutschen Niveau. Wer dort kauft und das Fahrzeug nach Deutschland einführt, profitiert von dieser Preisdifferenz.

Das Prinzip funktioniert für Neuwagen und Gebrauchtwagen gleichermaßen. Bei Gebrauchtwagen sinkt der absolute Preisvorteil proportional zum niedrigeren Ausgangs-Nettopreis im Herkunftsland – er bleibt aber spürbar. Beim durchschnittlichen deutschen Gebrauchtwagenpreis von 18.600 € (DAT-Report 2024) bedeuten 10–25 % Ersparnis zwischen 1.860 € und 4.650 € in der Tasche.

Wichtig: EU-Reimporte sind vollständig legal. Innerhalb der EU fallen keine Zollgebühren an. Für EFTA-Staaten wie Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz gilt dasselbe dank Präferenzabkommen – allerdings ist dort ein Ursprungsnachweis erforderlich. Käufe aus echten Nicht-EU-Staaten unterliegen dagegen Zollabgaben und ausländischem Recht.

Ein entscheidender Unterschied, den viele Käufer übersehen: Es gibt zwei grundlegend verschiedene Wege zum Reimport-Fahrzeug.

Eigenimport: Du kaufst direkt beim ausländischen Händler. Das klingt nach dem größten Preisvorteil – bedeutet aber auch: ausländisches Kaufrecht, Sprachbarriere, Reiseaufwand und du trägst die Überführungskosten selbst.

Kauf beim deutschen Reimport-Händler: Ein deutscher Händler kauft das Fahrzeug im Ausland und verkauft es im eigenen Namen an dich. Hier gilt deutsches Recht mit zweijähriger Sachmängelhaftung. Der Aufwand für dich ist deutlich geringer, die Überführungskosten sind oft bereits eingepreist.

Achtung: Agiert der deutsche Händler nur als Vermittler – steht also ein ausländisches Unternehmen als Verkäufer im Kaufvertrag – gilt weiterhin ausländisches Recht. Schau genau hin, wer im Vertrag als Verkäufer eingetragen ist. Das ist der entscheidende Punkt.

Qualitativ gibt es übrigens keinen Unterschied zu einem in Deutschland gekauften Fahrzeug. Reimportfahrzeuge laufen vom selben Band, in denselben Werken, nach denselben Qualitätsstandards. Sicherheitsrelevante Merkmale wie Airbags, ABS und ESP sind identisch. Es gibt keine getrennten Produktionslinien für „Exportfahrzeuge“.

Eigenimport vs. Kauf beim deutschen Reimport-Händler
Kriterium Eigenimport (Direktkauf Ausland) Kauf beim deutschen Reimport-Händler
Anwendbares Recht Ausländisches Kaufrecht Deutsches Recht (wenn Händler Verkäufer)
Sachmängelhaftung Nach ausländischem Recht Deutsche Gewährleistung (2 Jahre)
Aufwand Hoch (Sprache, Reise, Bürokratie) Gering bis mittel
Überführungskosten Trägt Käufer Oft im Preis enthalten
Sprachbarriere Ja Nein
Preistransparenz Schwieriger Einfacher

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Warum ist ein EU-Reimport günstiger? Die Preistreiber im Detail

Der Preisvorteil beim EU-Reimport entsteht nicht durch Zufall. Er hat drei konkrete Ursachen, die sich manchmal überlagern und den Vorteil noch größer machen.

1. Niedrigere Herstellernettopreise im Ausland. Automobilhersteller passen ihre Nettopreise an die Kaufkraft des jeweiligen Marktes an. In Ländern mit niedrigerem Einkommensniveau oder stärkerem Wettbewerb liegen die Nettopreise unter dem deutschen Niveau. Dieser Unterschied bleibt auch beim Gebrauchtwagen erhalten – er spiegelt sich im niedrigeren Ausgangslistenpreis wider, von dem der Wertverlust berechnet wird.

2. Unterschiedliche Mehrwertsteuersätze. Deutschland erhebt 19 % Mehrwertsteuer. Dänemark und Schweden verlangen 25 %, Finnland und Griechenland 24 %, Polen und Portugal 23 %. Klingt paradox – warum sollte ein Land mit höherer Mehrwertsteuer günstiger sein? Weil der deutsche Käufer beim Reimport nur die deutsche Mehrwertsteuer von 19 % zahlt. Die höhere ausländische Mehrwertsteuer entfällt für ihn vollständig. Beim Kauf in Polen ergibt sich so allein durch die Mehrwertsteuer ein Vorteil von 4 Prozentpunkten.

3. Länderspezifische Zusatzabgaben entfallen. Das ist der größte Hebel. Die Niederlande erheben auf Neuwagen eine Verbrauchssteuer namens BPM in Höhe von 45,2 % – zusätzlich zur Mehrwertsteuer. Für den deutschen Käufer entfällt diese Abgabe vollständig. In Dänemark gibt es eine ähnlich hohe Registrierungssteuer. Fahrzeuge in diesen Ländern sind deshalb im Ausgangslistenpreis bereits so kalkuliert, dass sie trotz der Abgaben erschwinglich bleiben. Wer als Deutscher dort kauft, streicht den Abgabenvorteil ein, ohne die Steuer selbst zahlen zu müssen.

In der Praxis summieren sich diese Faktoren. Ein konkretes Beispiel aus dem Nutzerforum motor-talk.de: Ein Käufer berichtete von einer Ersparnis von rund 5.000 € gegenüber dem deutschen Händlerpreis für dasselbe Modell. Das ist kein Einzelfall. Beim typischen Neuwagen-Reimport liegt der Preisvorteil laut ADAC und AutoScout24 bei 20–30 %, in Einzelfällen sogar bis zu 40 %. Bei Gebrauchtwagen sind es typischerweise 10–25 %.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Neuwagenpreis in Deutschland lag 2024 bei 43.530 € – ein Rückgang von 1.100 € gegenüber dem Vorjahr (44.630 €). Selbst bei diesem leicht gesunkenen Preisniveau bedeuten 20 % Reimport-Ersparnis über 8.700 € weniger Kaufpreis. Bei Gebrauchtwagen mit einem Durchschnittspreis von 18.600 € sind 15 % Ersparnis immer noch 2.790 € – Geld, das du besser in Ausstattung, Versicherung oder Rücklagen investierst.

Mehrwertsteuersätze im EU-Vergleich – Deutschland zahlt am wenigsten

Mehrwertsteuersätze im EU-Vergleich (%) 0 5 10 15 20 25 % Dänemark 25 % Schweden 24 % Finnland 24 % Griechenland 23 % Polen 21 % Frankreich 21 % Niederlande 19 % Deutschland Mehrwertsteuer in % Hinweis: Deutscher Käufer zahlt beim Reimport nur 19 % deutsche MwSt. – die höhere ausländische MwSt. entfällt.
Quelle: meinimport.de; Europäische Kommission (2024)

Die besten Reimport-Länder: Wo lohnt sich der Kauf besonders?

Nicht jedes EU-Land bietet denselben Preisvorteil. Der ADAC empfiehlt besonders: Dänemark, Niederlande, Griechenland, Spanien, Portugal und Finnland. Dazu kommen Polen und Schweden als wachsende Quellmärkte. Was steckt hinter diesen Empfehlungen?

Dänemark ist für viele Reimport-Käufer das attraktivste Land überhaupt. Der Grund ist die extrem hohe dänische Registrierungssteuer auf Neuwagen – sie kann den Fahrzeugpreis im Inland nahezu verdoppeln. Damit Fahrzeuge dort trotzdem erschwinglich bleiben, kalkulieren Hersteller und Händler mit niedrigeren Nettopreisen. Für den deutschen Käufer entfällt die Registrierungssteuer vollständig. Das Ergebnis: sehr hohe Preisvorteile, die auch beim Gebrauchtwagen noch deutlich spürbar sind.

Niederlande sind ähnlich attraktiv. Die BPM-Verbrauchssteuer beträgt dort 45,2 % – zusätzlich zur Mehrwertsteuer. Auch hier entfällt diese Abgabe für den deutschen Käufer. Wer in den Niederlanden einen Gebrauchtwagen kauft, profitiert davon, dass der Fahrzeugpreis im niederländischen Markt durch die Steuerstruktur nach unten gedrückt wird.

Schweden liefert konkrete Zahlen: Eine Stichprobe aus dem Jahr 2023 ergab, dass 222 von 1.000 schwedischen Gebrauchtwagenangeboten günstiger waren als vergleichbare deutsche Angebote – mit einer durchschnittlichen Preisersparnis von 4.334 €. Das ist kein marginaler Unterschied. Bei einem VW Passat, einem Ford Focus oder einem Skoda Octavia kann das den Unterschied zwischen zwei Ausstattungsvarianten bedeuten.

Südeuropa (Spanien, Portugal, Griechenland) bietet einen zusätzlichen praktischen Vorteil: In diesen Ländern gehört die Klimaanlage oft zur Serienausstattung, weil sie dort schlicht notwendig ist. Wer ein Fahrzeug aus Spanien oder Portugal importiert, bekommt diese Ausstattung häufig ohne Aufpreis. Für Käufer in Norddeutschland – und damit auch für Kunden rund um Rostock und Mecklenburg-Vorpommern – ist das ein netter Bonus.

Polen ist ein wachsender Quellmarkt. Der Mehrwertsteuervorteil beträgt zwar „nur“ 4 Prozentpunkte (23 % polnische MwSt. minus 19 % deutsche MwSt.), aber die Nettopreise liegen durch die niedrigere Kaufkraft ebenfalls unter deutschem Niveau. Der Markt ist groß, die Fahrzeugauswahl gut.

Ein wichtiger Hinweis für alle Länder: Prüfe immer die Wartungshistorie und die Klimabedingungen des Herkunftslandes. Ein Fahrzeug aus Griechenland oder Spanien war möglicherweise jahrelang intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt – das kann Kunststoffe und Lacke belasten. Ein Fahrzeug aus Skandinavien war dagegen Streusalz und extremen Temperaturen ausgesetzt. Lass das Fahrzeug vor dem Kauf von einer unabhängigen Werkstatt prüfen. Unsere Meisterwerkstatt in Rostock macht genau das – eine gründliche Fahrzeugprüfung, bevor du eine Entscheidung triffst.

💡 Tipp: Vergleiche immer die Ausstattungslisten des Herkunftslandes mit dem deutschen Prospekt desselben Modells. Was in Spanien „Serienausstattung“ heißt, kann in Deutschland ein kostenpflichtiges Extra sein – und umgekehrt. Nur bei identischer Ausstattung ist ein Preisvergleich wirklich aussagekräftig.

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Vorteile und Nachteile: Die ehrliche Gesamtbilanz

Ein EU-Reimport-Gebrauchtwagen ist kein Allheilmittel – aber für viele Käufer eine sehr kluge Entscheidung. Hier ist die vollständige Bilanz, ohne Beschönigung.

Die Vorteile im Detail

Preisvorteil von 10–25 % gegenüber dem deutschen Markt ist der offensichtlichste Grund. Bei einem Gebrauchtwagen für 20.000 € bedeutet das bis zu 5.000 € weniger Kaufpreis. Dieses Geld kannst du in eine bessere Ausstattung, eine längere Garantieverlängerung oder einfach in die Rücklage für Wartungskosten stecken.

Gleiche Produktionsqualität. Es gibt keine minderwertigen „Exportfahrzeuge“. Alle Fahrzeuge laufen vom selben Band. Sicherheitsrelevante Systeme wie Airbags, ABS und ESP sind identisch. Das ist kein Marketing – das ist die technische Realität der modernen Fahrzeugproduktion.

Herstellergarantie europaweit gültig. Du kannst die Garantie bei jeder autorisierten Vertragswerkstatt in der EU in Anspruch nehmen. Garantieurkunde und abgestempeltes Serviceheft sind dafür erforderlich. Das gilt für Fahrzeuge von VW, Ford, Opel, Hyundai, Kia, Toyota und allen anderen großen Herstellern.

Keine Zollgebühren innerhalb der EU. Der Kauf ist bürokratisch unkomplizierter, als viele denken. Innerhalb des EU-Binnenmarkts gibt es keine Zollschranken.

Keine Umsatzsteuererklärung bei Gebrauchtwagen. Fahrzeuge, die bereits mehr als 6.000 km gefahren wurden und älter als 6 Monate sind, gelten steuerrechtlich als „alt“. Für sie ist keine gesonderte Umsatzsteuererklärung beim deutschen Finanzamt erforderlich. Das vereinfacht den Kauf erheblich.

Die Nachteile im Detail

Garantiebeginn ab Erstzulassung im Ausland. Das ist der wichtigste Nachteil, den viele Käufer unterschätzen. Die Herstellergarantie beginnt nicht mit deinem Kauf in Deutschland – sie beginnt mit der ersten Zulassung oder Übergabe an den Importeur im Ausland. Wenn das Fahrzeug dort sechs Monate stand, bevor du es kaufst, hast du bereits sechs Monate Garantie verloren. Prüfe das Datum der Erstzulassung sorgfältig.

Keine Kulanzleistungen nach Garantieablauf. Hersteller gewähren bei Reimporten nach Ablauf der Garantiefrist in der Regel keine freiwilligen Kulanzleistungen. Bei einem deutschen Fahrzeug aus dem deutschen Handel ist das manchmal anders. Dieser Unterschied wird erst relevant, wenn etwas schiefläuft – aber dann ist er bedeutsam.

Wiederverkaufswert ca. 10–15 % niedriger. Mehrere Quellen schätzen, dass Reimportfahrzeuge beim Wiederverkauf im Schnitt 10–15 % weniger erzielen als vergleichbare deutsche Fahrzeuge. Wichtige Einschränkung laut Interex: Ist die Ausstattung identisch, entsteht kein zusätzlicher Wertverlust. Der Nachteil ist also ausstattungsabhängig und nicht pauschal.

Mögliche Ausstattungsunterschiede. In Deutschland übliche Extras wie eine bestimmte Navigationssoftware oder eine elektronische Wegfahrsperre können im Herkunftsland nicht zur Serienausstattung gehören. Vergleiche immer die Prospekte beider Länder.

Vorteile vs. Nachteile EU-Reimport Gebrauchtwagen im Überblick
✅ Vorteile ⚠️ Nachteile
Preisvorteil 10–30 % gegenüber deutschem Markt Garantiebeginn ab Erstzulassung im Ausland
Gleiche Produktionsqualität und Sicherheitsstandards Keine Kulanzleistungen nach Garantieablauf
Keine Zollgebühren innerhalb der EU Wiederverkaufswert ca. 10–15 % niedriger
Herstellergarantie europaweit gültig Mögliche Ausstattungsunterschiede
Keine MwSt.-Erklärung bei Gebrauchtwagen (>6.000 km, >6 Monate) Verwaltungsaufwand bei Zulassung und Dokumenten
Klimaanlage oft Serienausstattung (Südeuropa) Bei Eigenimport: ausländisches Recht, Sprachbarriere
Gleichwertiger Restwert bei identischer Ausstattung möglich Ggf. Kosten für Abgasgutachten (ca. 700 €)

Kosten und Bürokratie: Was kommt nach dem Kauf auf dich zu?

Viele Käufer rechnen den Preisvorteil eines Reimports aus – und vergessen dabei die Nebenkosten. Die gute Nachricht: Sie sind überschaubar und gut kalkulierbar. Hier ist eine vollständige Aufstellung.

Zulassungskosten

Die Standardzulassung in Deutschland kostet ca. 80–100 €. Das umfasst Kennzeichen, Fahrzeugbrief und die behördlichen Gebühren. Das ist kein Reimport-spezifischer Kostenpunkt – das zahlst du bei jedem Fahrzeugkauf.

Abgasgutachten

Liegt kein CoC-Dokument (EG-Übereinstimmungsbescheinigung) vor, wird eine Einzelabnahme bei TÜV oder Dekra notwendig. Diese kostet ca. 700 €. Das klingt viel – ist aber vermeidbar. Beim Kauf über einen seriösen deutschen Reimport-Händler liegt das CoC-Dokument in der Regel vor. Beim Eigenimport solltest du das Vorhandensein des CoC-Dokuments zur Bedingung machen.

TÜV-Hauptuntersuchung

Kostet zwischen 100 und 150 €. Bei Gebrauchtwagen aus EU-Ländern wird eine gültige Hauptuntersuchung aus dem Herkunftsland häufig anerkannt. Prüfe das im Vorfeld bei deiner zuständigen Zulassungsstelle.

Umsatzsteuer bei Neuwagen

Kaufst du einen Neuwagen (unter 6.000 km oder jünger als 6 Monate), musst du innerhalb von 10 Tagen nach dem Kauf die deutsche Mehrwertsteuer von 19 % beim Finanzamt anmelden und abführen. Bei Gebrauchtwagen über diesen Schwellenwerten entfällt diese Pflicht.

Überführungskosten beim Eigenimport

Beim Direktkauf im Ausland trägst du die Überführungskosten selbst. Beim Kauf über einen deutschen Reimport-Händler sind diese oft bereits im Preis enthalten. Kalkuliere beim Eigenimport Reisekosten, ggf. Überführungsfahrt oder Transport ein.

Übersetzungskosten

Ausländische Fahrzeugdokumente müssen manchmal übersetzt werden. Das ist kein Pflichtpunkt, aber bei komplexen Dokumenten aus Ländern mit nicht-lateinischer Schrift (z. B. Griechenland) kann eine beglaubigte Übersetzung notwendig sein.

Gut zu wissen: Beim Kauf über einen deutschen Reimport-Händler, der als Verkäufer im Vertrag steht, sind Überführungskosten und CoC-Dokument meist bereits enthalten. Der tatsächliche Mehraufwand gegenüber einem normalen Gebrauchtwagenkauf beschränkt sich dann auf die Zulassung – also ca. 80–100 €. Der Preisvorteil von mehreren Tausend Euro bleibt trotzdem erhalten.

Beispielrechnung: Gesamtkosten eines Reimport-Gebrauchtwagens

Beispielrechnung: Reimport-Gebrauchtwagen über deutschen Händler
Kostenposition Betrag
Kaufpreis Reimport-Gebrauchtwagen 16.000 €
Zulassungskosten (Kennzeichen, Gebühren) 90 €
TÜV-Hauptuntersuchung (falls erforderlich) 120 €
Abgasgutachten (CoC vorhanden: entfällt) 0 €
Gesamtkosten Reimport 16.210 €
Vergleichbares Fahrzeug beim deutschen Händler 19.500 €
Ersparnis (nach allen Nebenkosten) 3.290 €

Garantie, Gewährleistung und Kulanz: Was wirklich gilt

Dieser Punkt ist für viele Käufer der größte Unsicherheitsfaktor. Dabei ist die Rechtslage klarer, als man denkt – wenn man die Unterschiede zwischen Garantie, Gewährleistung und Kulanz kennt.

Herstellergarantie: Europaweit gültig, aber Laufzeit prüfen

Die Herstellergarantie gilt europaweit. Du kannst sie bei jeder autorisierten Vertragswerkstatt in der EU geltend machen – egal ob in Rostock, Hamburg oder Athen. Voraussetzung: Du hast die Garantieurkunde und ein abgestempeltes Serviceheft. Das gilt für alle großen Hersteller, von VW über Hyundai bis Toyota.

Der entscheidende Haken: Die Garantiefrist beginnt mit der Erstzulassung im Ausland, nicht mit deinem Kauf in Deutschland. Wenn ein Fahrzeug in den Niederlanden im Januar 2025 erstmals zugelassen wurde und du es im Juli 2025 kaufst, hast du bereits sechs Monate Garantie verloren. Bei einer zweijährigen Herstellergarantie bleiben dir noch 18 Monate. Das ist immer noch gut – aber du musst es wissen.

Herstellergarantien laufen je nach Marke und Modell zwischen 2 und 5 Jahren. Kia und Hyundai bieten bekanntermaßen längere Garantielaufzeiten als viele europäische Hersteller. Das macht diese Marken bei Reimporten besonders attraktiv – die längere Garantie puffert den Laufzeitverlust durch die Auslandszulassung ab.

Gewährleistung: Kommt auf den Verkäufer an

Die gesetzliche Sachmängelhaftung (Gewährleistung) ist von der Herstellergarantie strikt zu trennen. Sie richtet sich nach dem Kaufrecht des Landes, in dem der Vertrag abgeschlossen wird.

Kaufst du beim deutschen Reimport-Händler, der als Verkäufer im Vertrag steht: deutsches Recht, zwei Jahre Gewährleistung. Kaufst du direkt im Ausland oder über einen deutschen Vermittler, der einen ausländischen Verkäufer vertritt: ausländisches Recht. Das kann kürzer sein, andere Fristen haben oder andere Beweislastregeln kennen.

Das Bayerische Staatsministerium weist ausdrücklich darauf hin: Entscheidend ist, wer im Kaufvertrag als Verkäufer steht. Lies den Vertrag sorgfältig, bevor du unterschreibst.

Kulanz: Hier ist der Reimport im Nachteil

Kulanzleistungen sind freiwillige Leistungen des Herstellers nach Ablauf der Garantiefrist. Bei einem Fahrzeug aus dem deutschen Handel gewähren Hersteller manchmal Kulanz – etwa wenn ein bekannter Defekt kurz nach Garantieablauf auftritt. Bei Reimporten ist diese Bereitschaft laut meinimport.de in der Regel nicht vorhanden. Das ist kein rechtlicher Nachteil, aber ein praktischer. Wer auf Kulanz angewiesen ist, sollte das einkalkulieren.

Fazit zur Garantiefrage: Prüfe vor dem Kauf das genaue Datum der Erstzulassung im Ausland. Rechne aus, wie viel Restgarantie noch verbleibt. Kaufe möglichst über einen deutschen Händler, der als Verkäufer im Vertrag steht – dann hast du alle Rechte eines normalen deutschen Gebrauchtwagenkaufs.

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Häufige Fragen zum EU-Reimport Gebrauchtwagen

Warum ist ein EU-Reimport-Gebrauchtwagen günstiger als ein deutsches Fahrzeug?

Der Preisvorteil entsteht durch drei Faktoren: niedrigere Herstellernettopreise im Ausland, unterschiedliche Mehrwertsteuersätze (Deutschland 19 %, andere EU-Länder bis 25 %) und länderspezifische Zusatzabgaben wie die niederländische BPM (45,2 %) oder die dänische Registrierungssteuer, die für den deutschen Käufer vollständig entfallen. Typische Ersparnis bei Gebrauchtwagen: 10–25 %.

Gilt die Herstellergarantie auch für EU-Reimport-Gebrauchtwagen?

Ja, die Herstellergarantie gilt europaweit und kann bei jeder autorisierten Vertragswerkstatt in der EU eingelöst werden. Wichtig: Die Garantiefrist beginnt mit der Erstzulassung im Ausland, nicht mit dem Kauf in Deutschland. Die effektive Restgarantie kann dadurch kürzer sein – das Datum der Erstzulassung immer prüfen.

Welches Recht gilt beim Kauf eines EU-Reimports?

Das hängt davon ab, wer im Kaufvertrag als Verkäufer steht. Steht ein deutscher Händler als Verkäufer im Vertrag, gilt deutsches Recht mit zweijähriger Sachmängelhaftung. Agiert der deutsche Händler nur als Vermittler für einen ausländischen Verkäufer, gilt das Recht des Herkunftslandes. Den Kaufvertrag vor der Unterschrift genau lesen.

Ist ein EU-Reimport-Fahrzeug beim Wiederverkauf weniger wert?

Mehrere Quellen schätzen den Wiederverkaufswert ca. 10–15 % niedriger als bei vergleichbaren deutschen Fahrzeugen. Laut Interex entsteht dieser Nachteil jedoch nicht, wenn die Ausstattung identisch ist. Der Wertverlust-Nachteil ist also ausstattungsabhängig und kein pauschales Urteil über alle Reimportfahrzeuge.

Aus welchen EU-Ländern lohnt sich ein Reimport besonders?

Laut ADAC besonders empfehlenswert: Dänemark und Niederlande (hohe Zusatzabgaben entfallen), Griechenland, Spanien, Portugal, Finnland und Schweden (durchschnittliche Ersparnis bei Gebrauchtwagen 4.334 € laut Stichprobe 2023). Polen bietet durch den 4-Prozentpunkte-MwSt.-Vorteil ebenfalls attraktive Preise.

Was kostet die Zulassung eines EU-Reimport-Fahrzeugs in Deutschland?

Die Standardzulassung kostet ca. 80–100 € (Kennzeichen, Fahrzeugbrief, Gebühren). Liegt kein CoC-Dokument vor, kommt ein Abgasgutachten für ca. 700 € hinzu. Bei Gebrauchtwagen über 6.000 km und älter als 6 Monate ist keine Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt erforderlich.

Gibt es Ausstattungsunterschiede bei EU-Reimport-Fahrzeugen?

Ja, die Ausstattung richtet sich nach den nationalen Präferenzen des Herkunftslandes. In Südeuropa gehört Klimaanlage oft zur Serienausstattung; in anderen Ländern können in Deutschland übliche Extras fehlen. Immer die Ausstattungslisten des Herkunftslandes mit dem deutschen Prospekt desselben Modells vergleichen.