Kfz-Steuer für Benziner mit Euro 6: So wird sie berechnet

Kfz-Steuer Benziner Euro 6: Berechnung & Kosten

Die Kfz-Steuer für einen Euro-6-Benziner setzt sich aus einem Hubraum-Grundbetrag von 2,00 Euro je angefangene 100 ccm und einem gestaffelten CO₂-Zuschlag zusammen. Entscheidend ist das Datum der Erstzulassung: Fahrzeuge ab dem 1. Januar 2021 werden nach einem schärferen CO₂-Stufenmodell berechnet als ältere Zulassungen.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Konkrete Beträge, Fristen und Voraussetzungen können sich ändern und im Einzelfall abweichen. Bei verbindlichen Entscheidungen bitte fachkundige Beratung einholen.

Wie hoch ist die Kfz-Steuer für Benziner mit Euro 6?

Wer ein Benzinfahrzeug mit Euro-6-Norm zulässt oder bereits zugelassen hat, zahlt Kraftfahrzeugsteuer in zwei Bestandteilen: einen festen Betrag je Hubraum und einen variablen Aufschlag für den CO₂-Ausstoß. Die gute Nachricht zuerst: Der Hubraum-Grundbetrag ist für Benziner mit 2,00 Euro je angefangene 100 ccm vergleichsweise günstig. Zum Vergleich: Dieselfahrer zahlen hier 9,50 Euro je angefangene 100 ccm.

Beim CO₂-Anteil kommt es auf den Zulassungszeitpunkt an. Das Datum der Erstzulassung (EZ) ist die entscheidende Weiche. Fahrzeuge, die vor dem 1. Januar 2021 erstmals zugelassen wurden, laufen nach dem alten Berechnungsmodell. Neuere Fahrzeuge unterliegen dem seit 2021 geltenden progressiven Stufenmodell, das höhere Emissionen deutlich stärker bestraft.

Berechnungsmodell für Erstzulassung zwischen 5. November 2008 und 31. Dezember 2020

Für Benziner, die in diesem Zeitraum erstmals zugelassen wurden, gilt ein einfacher linearer CO₂-Zuschlag: 2,00 Euro für jedes Gramm CO₂ über einem Freibetrag von 95 g/km. Ein Kompaktwagen mit 1.400 ccm Hubraum und 130 g/km CO₂ zahlt demnach: 14 angefangene 100er-Einheiten mal 2,00 Euro (= 28,00 Euro) plus 35 g/km über dem Freibetrag mal 2,00 Euro (= 70,00 Euro). Jahressteuer: rund 98 Euro.

Berechnungsmodell für Erstzulassung ab 1. Januar 2021

Hier greift ein progressives Stufenmodell. Der CO₂-Freibetrag bleibt bei 95 g/km, aber der Steuersatz je Gramm steigt mit dem Ausstoß. Die Stufen sehen so aus: Bis 115 g/km werden 2,00 Euro je Gramm fällig, von 116 bis 135 g/km sind es 2,20 Euro, von 136 bis 155 g/km 2,50 Euro, von 156 bis 175 g/km 2,90 Euro und über 175 g/km werden 3,40 Euro je Gramm berechnet. Sehr hohe Emissionen jenseits von 195 g/km kosten sogar 4,00 Euro je Gramm. Das trifft besonders große SUV-Modelle und sportliche Fahrzeuge mit entsprechendem Verbrauch.

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Kfz-Steuer Euro 6 Benziner: Beispiele in der Übersicht

Pi mal Daumen lässt sich sagen: Ein sparsamer Kompaktwagen mit unter 120 g/km CO₂ kommt auch nach dem neuen Modell mit einer Jahressteuer unter 100 Euro aus. Größere Fahrzeuge mit höheren Hubraum- und Emissionswerten können schnell das Doppelte oder Dreifache erreichen. Die folgende Tabelle zeigt typische Beispielrechnungen für gängige Fahrzeugklassen mit Euro-6-Norm und Erstzulassung ab 2021.

Fahrzeugtyp Hubraum CO₂ (g/km) Hubraum-Steuer CO₂-Zuschlag Jahressteuer ca.
Kleinwagen 999 ccm 105 g/km 20,00 € 20,00 € ca. 40 €
Kompaktwagen 1.400 ccm 130 g/km 28,00 € ca. 77 € ca. 105 €
Limousine / Kombi 1.600 ccm 145 g/km 32,00 € ca. 110 € ca. 142 €
SUV (mittelgroß) 1.998 ccm 170 g/km 40,00 € ca. 186 € ca. 226 €
SUV (groß) 2.500 ccm 210 g/km 50,00 € ca. 370 € ca. 420 €

Die Beträge sind gerundete Richtwerte. Für eine exakte Berechnung empfiehlt sich der offizielle Kfz-Steuer-Rechner des Bundeszollamts, der kostenlos online zugänglich ist und alle aktuellen Stufensätze berücksichtigt.

Wie berechnet man die Kfz-Steuer für Benziner Schritt für Schritt?

Die Berechnung ist im Grunde nicht kompliziert. Man braucht drei Angaben: den genauen Hubraum in Kubikzentimetern, den CO₂-Ausstoß in Gramm pro Kilometer und das Datum der Erstzulassung. Beide Werte stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I, dem früheren Fahrzeugschein.

Schritt 1: Hubraum-Grundbetrag berechnen

Den Hubraum durch 100 teilen, dabei immer auf die nächste ganze Zahl aufrunden. Das Ergebnis mit 2,00 Euro multiplizieren. Ein 1.498-ccm-Motor ergibt also 15 Einheiten (denn 14,98 wird aufgerundet), also 30,00 Euro Grundbetrag.

Schritt 2: CO₂-Freibetrag abziehen

Vom gemessenen CO₂-Wert werden pauschal 95 g/km abgezogen. Liegt das Fahrzeug darunter, fällt kein CO₂-Zuschlag an. Das ist bei modernen Hybridfahrzeugen mit niedrigen Emissionswerten durchaus möglich, bei reinen Verbrennern aber selten.

Schritt 3: CO₂-Zuschlag berechnen

Das verbleibende CO₂ über 95 g/km wird je nach Zulassungsdatum und Emissionsstufe mit dem entsprechenden Satz multipliziert. Bei älteren Fahrzeugen (EZ vor 2021) gilt einheitlich 2,00 Euro je Gramm. Bei neueren greift die Staffelung. Beide Teilbeträge addieren: fertig.

Woher weiß ich, wie hoch meine Kfz-Steuer ist?

Es gibt drei zuverlässige Wege, den eigenen Steuerbetrag herauszufinden. Erstens: der Steuerbescheid der Hauptzollverwaltung, der nach der Zulassung automatisch zugesandt wird und den genauen Jahresbetrag ausweist. Zweitens: der offizielle Steuerrechner des Bundeszollamts unter zoll.de, der auf Basis von Hubraum, CO₂-Wert und Zulassungsdatum eine präzise Berechnung liefert. Drittens: die Zulassungsbescheinigung Teil I, kurz ZB I, aus der alle notwendigen Fahrzeugdaten ablesbar sind.

Wichtig: Der CO₂-Wert im Fahrzeugschein gibt den WLTP-Wert an, falls das Fahrzeug nach September 2018 typgenehmigt wurde. Ältere Fahrzeuge haben noch NEFZ-Werte. Das Bundeszollamt nutzt den im Fahrzeugschein eingetragenen Wert, nicht den vom Hersteller beworbenen Verbrauchswert. Aus unserer Werkstattpraxis wissen wir, dass Fahrzeughalter hier gelegentlich verwirrt sind, weil Werbematerialien und technische Daten nicht immer übereinstimmen.

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Euro 6 Benziner im Vergleich: Günstiger als Euro 5 und Euro 4?

Klingt simpel? Ist es auch. Die Schadstoffklasse Euro 6 hat keinen direkten Einfluss auf den Steuersatz. Die Kfz-Steuer berechnet sich in Deutschland nicht nach der Abgasnorm, sondern nach Hubraum und CO₂-Ausstoß. Wer also ein Euro-5-Benzinfahrzeug mit demselben Motor und denselben CO₂-Werten wie ein Euro-6-Modell hat, zahlt bei gleichem Zulassungsdatum auch dieselbe Steuer.

Die Abgasnorm wird allerdings relevant, wenn es um ältere Fahrzeuge geht, die noch nach dem alten Kraftfahrzeugsteuergesetz besteuert wurden. Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 5. November 2008 werden teilweise noch nach dem früheren Hubraum-Schadstoff-Modell berechnet. Das betrifft Euro-6-Benziner in der Praxis kaum, da diese Norm erst ab 2014 für Neuzulassungen verpflichtend war.

Der Vergleich zur Euro-4-Kfz-Steuer oder Euro-5-Kfz-Steuer ist also vor allem eine Frage des Zulassungszeitpunkts und der CO₂-Werte – nicht der Norm selbst. Ein moderner Euro-6-Benziner mit niedrigem Verbrauch kann trotzdem günstiger zu versteuern sein als ein alter Euro-4-Motor, wenn der CO₂-Ausstoß deutlich niedriger liegt.

Wie lange dürfen Euro 6 Benziner noch fahren?

Das ist die Frage, die viele Käufer und Halter derzeit bewegt. Die Antwort: aktuell ohne zeitliche Einschränkung. Fahrverbote für Euro-6-Fahrzeuge gibt es in Deutschland Stand 2026 nicht. Die bestehenden Einfahrtsbeschränkungen in Umweltzonen betreffen ausschließlich ältere Schadstoffklassen.

Langfristig ist das Verbrenner-Verbot der EU beschlossene Sache. Ab 2035 sollen innerhalb der EU keine neuen Benzin-, Diesel- und Hybridfahrzeuge mehr zugelassen werden. Das betrifft Neuzulassungen, nicht den Betrieb bereits zugelassener Fahrzeuge. Wer heute einen Euro-6-Benziner fährt, darf diesen auch nach 2035 weiter nutzen – die Steuer fällt solange weiter an, wie das Fahrzeug zugelassen ist.

Die Krux ist allerdings: Wie sich Steuer, Versicherung und mögliche städtische Fahrverbote für ältere Verbrenner ab den 2030er Jahren entwickeln, ist politisch noch nicht abschließend geregelt. Wer heute einen Neuwagen kauft, sollte das im Hinterkopf behalten.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Euro 6 Benziner Steuer pro Jahr?

Das hängt von Hubraum und CO₂-Ausstoß ab. Ein sparsamer Kleinwagen mit rund 1.000 ccm und unter 110 g/km CO₂ zahlt oft unter 50 Euro jährlich. Ein mittelgroßer Kompaktwagen mit 1.400 ccm und 130 g/km CO₂ liegt bei rund 100-115 Euro. Ein größerer SUV mit 2.000 ccm und 170 g/km CO₂ kann 200-250 Euro jährlich kosten. Bei sehr emissionsstarken Fahrzeugen mit über 200 g/km sind 400 Euro und mehr möglich.

Wie hoch ist die Kfz-Steuer für Benzinmotoren generell?

Benziner zahlen grundsätzlich 2,00 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum als Grundbetrag. Dazu kommt ein CO₂-Zuschlag für jeden Gramm über dem Freibetrag von 95 g/km. Bei Erstzulassung ab 2021 ist dieser Zuschlag progressiv gestaffelt zwischen 2,00 und 4,00 Euro je Gramm. Im Vergleich zum Diesel (9,50 Euro je 100 ccm Grundbetrag) sind Benziner beim Hubraum-Anteil deutlich günstiger.

Wie berechne ich die Kfz-Steuer für meinen Benziner selbst?

Hubraum durch 100 teilen (aufrunden), mit 2,00 Euro multiplizieren: das ist der Hubraum-Grundbetrag. Dann den CO₂-Wert aus dem Fahrzeugschein nehmen, 95 g/km abziehen. Das verbleibende CO₂ mit dem jeweiligen Stufensatz multiplizieren: Bei EZ bis Ende 2020 einheitlich 2,00 Euro je Gramm, bei EZ ab 2021 gestaffelt je nach Emissionsband. Beide Werte addieren. Der Zoll-Rechner unter zoll.de nimmt diese Arbeit ab.

Woher weiß ich konkret, wie hoch meine Kfz-Steuer ist?

Den verbindlichen Betrag zeigt der Kraftfahrzeugsteuerbescheid, den die Hauptzollverwaltung nach der Zulassung zuschickt. Alternativ lässt sich der Betrag über den Steuerrechner des Bundeszollamts (zoll.de) berechnen – dafür braucht man Hubraum, CO₂-Wert und Erstzulassungsdatum aus der Zulassungsbescheinigung Teil I. Bankunterlagen zur Lastschriftabbuchung zeigen ebenfalls den aktuellen Jahresbetrag.

Wie lange dürfen Euro 6 Benziner noch fahren?

Aktuell ohne Einschränkung. Fahrverbote für Euro-6-Fahrzeuge existieren in Deutschland nicht. Das EU-Verbrenner-Verbot ab 2035 betrifft ausschließlich Neuzulassungen – bereits zugelassene Fahrzeuge dürfen weiter genutzt werden. Ob und welche zusätzlichen Beschränkungen für ältere Verbrenner in städtischen Gebieten nach 2035 kommen, ist politisch noch nicht festgelegt.

Ist die Kfz-Steuer für Euro 6 günstiger als für Euro 5?

Nicht automatisch. Die Abgasnorm selbst hat keinen direkten Einfluss auf den Steuersatz. Entscheidend sind Hubraum und CO₂-Ausstoß. Da Euro-6-Fahrzeuge oft effizienter sind und niedrigere CO₂-Werte haben als ältere Euro-5-Modelle, kann die Steuer tatsächlich geringer ausfallen – aber das liegt am CO₂-Wert, nicht an der Norm selbst.

Was ist der Unterschied bei der Kfz-Steuer zwischen Benziner und Diesel Euro 6?

Der Hauptunterschied liegt im Hubraum-Grundbetrag: Benziner zahlen 2,00 Euro je angefangene 100 ccm, Diesel zahlen 9,50 Euro. Beim CO₂-Zuschlag gelten dieselben Regeln und Freibeträge. Dieselfahrzeuge mit ähnlichem CO₂-Ausstoß zahlen daher in der Regel deutlich mehr Kfz-Steuer als vergleichbare Benziner – oft das Doppelte bis Dreifache bei identischem Hubraum.

Wann wird die Kfz-Steuer fällig und wie wird sie eingezogen?

Die Kfz-Steuer wird jährlich im Voraus fällig, üblicherweise zum Jahrestag der Erstzulassung. Die Hauptzollverwaltung zieht den Betrag per SEPA-Lastschrift vom angegebenen Konto ein. Wer kein SEPA-Mandat erteilt hat, muss selbst überweisen. Bei Abmeldung des Fahrzeugs wird die Steuer tagesgenau anteilig zurückerstattet.

Wer sich beim Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs unsicher ist, welche Steuerlast auf ihn zukommt, kann die Zulassungsbescheinigung einfach mitbringen: In unserer Werkstatt in Rostock helfen wir gern dabei, die relevanten Fahrzeugdaten zu lesen und einzuordnen.