HU und AU in Rostock: Ablauf, Kosten und Termin 2026
Das erwartet dich in diesem Ratgeber:
- HU und AU: Was 2026 wirklich geprüft wird
- Was HU und AU in Rostock kosten
- Preisunterschiede nach Prüforganisation und Fahrzeugtyp
- Der Ablauf: von der Terminbuchung bis zur Plakette
- Woran die meisten Fahrzeuge scheitern
- Frist überzogen: Was das kostet
- Vorbereitung: Die Checkliste vor dem Termin
- Häufige Fragen zu HU und AU
HU und AU in Rostock kosten für einen Pkw bis 3,5 Tonnen zwischen 118 und 168 Euro, je nachdem, welche Prüforganisation die Untersuchung durchführt. Die Prüfung dauert 30 bis 60 Minuten. Du brauchst dafür die Zulassungsbescheinigung Teil I und ein Zahlungsmittel, denn die Gebühr wird direkt vor Ort fällig. Fällig ist die Hauptuntersuchung bei Neuwagen nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate. Den Termin liest du an der Plakette am hinteren Kennzeichen ab: obere Zahl gleich Monat, mittlere Zahl gleich Jahr. Ein Termin im Voraus spart dir die Wartezeit, ein Vorabcheck davor spart dir im besten Fall die Nachprüfung.
In unserer Meisterwerkstatt in Rostock läuft die Prüfung direkt vor Ort: Der Prüfingenieur kommt zum vereinbarten Termin ins Haus, HU und AU werden zusammen abgewickelt. Kleinere Mängel lassen sich dabei sofort beheben, statt dass du ein zweites Mal anfahren musst. Wie das im Detail abläuft, was geprüft wird und wo du beim Preis Spielraum hast, liest du hier.
HU und AU: Was 2026 wirklich geprüft wird
Die Hauptuntersuchung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung nach Paragraf 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Geprüft wird dein Fahrzeug als Gesamtsystem auf drei Dinge: Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit und Vorschriftsmäßigkeit. Umgangssprachlich sagen fast alle „TÜV“ dazu. Das ist streng genommen nur ein Markenname, denn die Prüfung darf auch von DEKRA, GTÜ, KÜS oder einer anderen anerkannten Prüfstelle durchgeführt werden. Der Prüfumfang ist bei allen identisch, weil ihn der Gesetzgeber vorgibt.
Die Abgasuntersuchung ist seit 2010 fester Bestandteil der HU. Sie wird zusammen mit ihr durchgeführt, ein separater Termin entfällt also. Geprüft werden die Einhaltung der Abgasgrenzwerte und die Dichtheit der Auspuffanlage. Bei modernen Fahrzeugen ab Abgasnorm Euro 6 läuft das über die OBD-Diagnose am Steuergerät plus eine zusätzliche Messung am Endrohr. Wenn du irgendwo einen Kombipreis für „HU + AU“ liest, ist beides enthalten.
Der Prüfumfang im Detail
Der Prüfkatalog ist umfangreicher, als viele erwarten. Diese Punkte schaut sich der Prüfingenieur an:
- Identität: Fahrzeug-Identifikationsnummer, Typschild und Abgleich mit der Zulassungsbescheinigung.
- Bremsanlage: Bremskraft pro Achse auf dem Rollenprüfstand, Bremskraftdifferenz zwischen links und rechts, Zustand von Scheiben, Belägen und Leitungen sowie die Feststellbremse.
- Beleuchtung und Elektrik: Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht, Blinker, Warnblinker, Rücklichter, Bremslichter inklusive dritter Bremsleuchte, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung und Tagfahrlicht, das bei Fahrzeugen ab Baujahr 2011 Pflicht ist. Dazu die Scheinwerfereinstellung.
- Räder und Reifen: Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern, Risse, Beulen, zulässige Größe und die Radbefestigung.
- Lenkung: Lenkspiel, Spurstangenköpfe, Lenkgetriebe.
- Fahrwerk und Achsen: Federn, Stoßdämpfer, Trag- und Querlenker, Radlager.
- Karosserie: Korrosion an tragenden Teilen und Durchrostungen, vor allem an Schwellern und Unterboden, dazu scharfkantige Teile.
- Sicht: Windschutzscheibe auf Steinschläge und Risse im Hauptsichtfeld des Fahrers, Scheibenwischer, Waschanlage, Spiegel.
- Abgasanlage: Dichtheit und Einhaltung der Grenzwerte.
- Sonstiges: Sicherheitsgurte, Hupe, Elektronik-Check der Sicherheitsassistenten und Steuergeräte sowie die Sicherheitsausrüstung mit Verbandkasten samt Haltbarkeitsdatum, Warndreieck und Warnweste.
Fristen und wie du sie abliest
Ein Neuwagen muss nach 36 Monaten zum ersten Mal zur HU. Danach gilt ein Rhythmus von 24 Monaten. Wann es bei dir so weit ist, steht an zwei Stellen: auf der Prüfplakette am hinteren Kennzeichen und in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Auf der Plakette gilt die einfache Regel: Die Zahl, die oben auf zwölf Uhr steht, ist der Fälligkeitsmonat. Die große Zahl in der Mitte ist das Jahr.
Wichtig für die Planung: Seit 2012 gibt es keine Rückdatierung mehr. Früher galt die neue Frist ab dem ursprünglichen Fälligkeitsdatum, heute läuft sie ab dem Tag, an dem du tatsächlich vorgefahren bist. Wer also drei Monate zu spät kommt, verschiebt seinen HU-Rhythmus dauerhaft um drei Monate nach hinten. Für die Prüfung selbst solltest du mindestens 30 Minuten einplanen, realistisch sind 30 bis 60 Minuten. Mit einem festen Termin entfällt die Wartezeit davor komplett.
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Verfügbare Fahrzeuge ansehenWas HU und AU in Rostock kosten
Beim Preis wird es interessant, weil die Zahlen je nach Erhebung deutlich auseinandergehen. Für Mecklenburg-Vorpommern werden für die Kombination aus HU und AU bei einem Pkw bis 3,5 Tonnen 167,00 bis 168,00 Euro genannt. Das sind die Listenpreise der großen Prüforganisationen. Die reine Hauptuntersuchung ohne Abgasuntersuchung liegt bei 108,90 Euro, was aber nur für Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor relevant ist.
Eine zweite Erhebung kommt für Mecklenburg-Vorpommern auf einen deutlich niedrigeren Durchschnitt von 118,00 Euro, aufgeteilt in 62,50 Euro für die HU und 55,50 Euro für die AU. Der Unterschied erklärt sich vermutlich über die Methodik: Die höhere Zahl bildet die Listenpreise der großen TÜV-Organisationen ab, die niedrigere einen Marktdurchschnitt inklusive Werkstätten und günstigerer Prüfverbände. Ehrlich eingeordnet heißt das für dich in Rostock: Rechne mit einer Spanne von etwa 118 bis 168 Euro, abhängig davon, wer prüft.
Für ein Kraftrad liegen die Preise in Mecklenburg-Vorpommern bei 97,00 Euro inklusive AU beziehungsweise 68,00 Euro ohne. Die Einzelposten, falls du sie getrennt brauchst: reine HU 56 bis 80 Euro, AU allein 35 bis 55 Euro, eine Nachuntersuchung 15 bis 35 Euro.
Wo Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich steht
Die Preise sind bundesweit nicht einheitlich. Die Spanne reicht von 155,00 Euro in Thüringen bis 169,90 Euro in Nordrhein-Westfalen. Mecklenburg-Vorpommern liegt mit rund 167,50 Euro im oberen Drittel, gemeinsam geführt mit Sachsen-Anhalt. Auffällig ist das regionale Muster: Die norddeutschen Länder bilden geschlossen das teure Segment, während Süd- und Ostdeutschland günstiger sind. Praktisch nützt dir das wenig, denn für 12 Euro Ersparnis nach Thüringen zu fahren, rechnet sich nicht. Interessanter ist der Unterschied zwischen den Prüforganisationen, dazu gleich mehr.
HU und AU für Pkw im Bundesland-Vergleich 2026
Preisunterschiede nach Prüforganisation und Fahrzeugtyp
Der größte Hebel beim Preis ist nicht das Bundesland, sondern die Prüforganisation. Zwischen den günstigsten Anbietern, die bei rund 90 Euro starten, und den teuersten mit bis zu 162 Euro liegen bis zu 70 Euro Unterschied. Das sind über 70 Prozent Aufschlag für dieselbe Leistung. Denn der Prüfumfang ist gesetzlich festgelegt und damit überall gleich. Ein Prüfingenieur darf nichts weglassen und nichts zusätzlich verlangen, egal welches Logo auf seinem Kittel steht.
Die Unterschiede liegen woanders: bei der Standortdichte und beim Service. DEKRA betreibt bundesweit rund 800 Prüfstellen und hat damit das dichteste Netz, TÜV Süd rund 400, TÜV Rheinland rund 300. Wer viele Standorte unterhält, hat höhere Fixkosten. Dazu kommen Zusatzleistungen wie Express-Termine oder verlängerte Öffnungszeiten.
| Prüforganisation | HU + AU | Nur HU | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| TÜV Süd | 143–162 € | ca. 75 € | rund 400 Standorte |
| TÜV Nord | 147–162 € | ca. 75 € | Schwerpunkt Norddeutschland |
| DEKRA | 118–160 € | ca. 70 € | rund 800 Standorte, dichtestes Netz |
| TÜV Rheinland | 120–138 € | — | Express-Service möglich |
| GTÜ | 90–140 € | ca. 68 € | arbeitet mit Werkstattpartnern |
| KÜS | 90–140 € | ca. 68 € | freie Kfz-Prüfer |
| Werkstatt mit Prüfberechtigung | ab 89 € | — | Prüfung direkt vor Ort |
Bundesweite Richtwerte, Stand 2026. Die Spannen schwanken regional deutlich und sind als Orientierung zu verstehen, nicht als verbindlicher Preis. Frag im Zweifel vor der Terminbuchung nach.
Der Fahrzeugtyp entscheidet mit
Neben der Prüforganisation bestimmt dein Fahrzeug den Preis. Ein Elektroauto kommt am günstigsten weg, weil die komplette Abgasuntersuchung entfällt. Statt rund 167,50 Euro zahlst du nur die reine HU mit 56 bis 80 Euro, also weniger als die Hälfte. Wer einen Kia, Hyundai oder VW mit reinem Elektroantrieb fährt, spart hier dauerhaft. Plug-in-Hybride profitieren dagegen nicht: Sobald ein Verbrennungsmotor an Bord ist, wird die AU fällig.
| Fahrzeugtyp | HU + AU | Anmerkung |
|---|---|---|
| Pkw Benzin/Diesel bis 3,5 t | 100–170 € | regional stark unterschiedlich |
| Pkw ab Euro 6 (OBD) | 115–170 € | AU-Anteil 50–90 € |
| Elektroauto | 56–80 € (nur HU) | keine AU nötig |
| Plug-in-Hybrid | wie Verbrenner | AU wegen Verbrennungsmotor pflichtig |
| Motorrad | 70–105 € | in MV 97 € inklusive AU |
| Wohnmobil bis 3,5 t | 105–150 € | — |
| Anhänger | 30–70 € | keine AU |
Autohaus oder Prüfstelle?
Die Werkstattpreise liegen mit 100 bis 160 Euro tendenziell leicht über den reinen Prüfstellenpreisen. Diese Differenz relativiert sich aber schnell. Wenn dein Fahrzeug bei der Prüfstelle einen erheblichen Mangel bescheinigt bekommt, brauchst du eine Reparatur, eine Nachprüfung für 15 bis 35 Euro und mindestens eine zusätzliche Fahrt. In der Werkstatt kann der festgestellte Mangel dagegen häufig direkt behoben werden, während das Auto ohnehin auf der Hebebühne steht. Rechnet man Zeit, Fahrtweg und Nachprüfgebühr ein, dreht sich der Vergleich in vielen Fällen.
Tipp: Frag bei der Terminvereinbarung nach, ob ein Vorabcheck möglich ist. Bei uns in Rostock schauen sich die Kollegen dein Fahrzeug auf Wunsch kostenlos an, bevor der Prüfingenieur kommt. Ein durchgebranntes Abblendlicht kostet dich dann ein paar Euro statt einer kompletten Nachprüfung.
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Der Ablauf: von der Terminbuchung bis zur Plakette
Der Ablauf ist überall ähnlich, unterscheidet sich aber im Detail je nachdem, ob du zu einer Prüfstelle fährst oder dein Fahrzeug in einer Werkstatt vorführst.
Schritt 1: Termin vereinbaren
Ein Termin im Voraus ist der einzige zuverlässige Weg, Wartezeit zu vermeiden. Ohne Termin kann es an Prüfstellen zu Stoßzeiten dauern, besonders zum Monatsende, wenn viele Plaketten ablaufen. Bei uns in Rostock kannst du den Termin online buchen. Der Prüfingenieur von DEKRA oder TÜV kommt dann zum vereinbarten Zeitpunkt ins Haus, HU und AU laufen direkt bei uns in der Werkstatt.
Schritt 2: Unterlagen zusammensuchen
- Zwingend: Zulassungsbescheinigung Teil I, also der Fahrzeugschein.
- Bei nicht zugelassenen Fahrzeugen: zusätzlich Teil II, der frühere Fahrzeugbrief.
- Bei technischen Änderungen: ABE, Teilegutachten oder die Bescheinigung über eine Änderungsabnahme. Das betrifft etwa andere Felgen, ein Fahrwerk oder eine Anhängerkupplung.
- Hilfreich, aber keine Pflicht: der letzte HU-Bericht. Die Daten liegen dem Prüfer elektronisch vor.
- Nicht vergessen: ein Zahlungsmittel. Die Gebühr wird direkt fällig, EC-Karte oder Bargeld funktionieren fast überall.
Schritt 3: Die Prüfung selbst
Der Prüfingenieur beginnt mit der Identitätsfeststellung. Er gleicht die Fahrzeug-Identifikationsnummer und das Typschild mit den Papieren ab. Danach folgt die Sicht- und Funktionsprüfung: Beleuchtung durchschalten, Hupe, Wischer, Gurte, Sicherheitsausrüstung. Anschließend geht es auf den Rollenprüfstand, wo die Bremskraft jeder Achse gemessen und die Differenz zwischen linker und rechter Seite ermittelt wird. Über der Grube oder auf der Hebebühne folgt die Kontrolle von Fahrwerk, Achsen, Lenkung, Unterboden und Abgasanlage. Zum Schluss werden die Steuergeräte ausgelesen und die AU-Messung durchgeführt. Insgesamt bist du damit in 30 bis 60 Minuten durch.
Schritt 4: Das Ergebnis
Es gibt vier mögliche Ausgänge:
- Ohne Mängel: Die Plakette wird sofort auf das hintere Kennzeichen geklebt, du bekommst den Untersuchungsbericht und fährst weiter.
- Geringe Mängel: Die Plakette wird trotzdem erteilt. Du solltest die Punkte zeitnah beheben lassen, eine Nachprüfung ist aber nicht nötig.
- Erhebliche Mängel: Keine Plakette. Die Mängel müssen behoben werden, die Nachprüfung muss innerhalb eines Monats erfolgen. Danach wäre eine komplette neue HU zum vollen Preis fällig.
- Verkehrsunsicher: Keine Weiterfahrt. Betrifft rund 0,5 Prozent aller geprüften Fahrzeuge, also einen sehr kleinen Teil.
Wenn dein Fahrzeug ohnehin bei uns in der Werkstatt steht, lassen sich viele der beanstandeten Punkte direkt im Anschluss beheben. Die Nachprüfung erfolgt dann beim nächsten Besuch des Prüfingenieurs, ohne dass du erneut irgendwo anfahren musst.
Woran die meisten Fahrzeuge scheitern
Die Zahlen sind eindeutig: 21,5 Prozent aller Fahrzeuge fielen im Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 wegen erheblicher oder gefährlicher Mängel durch. Das ist mehr als jedes fünfte Auto und ein Anstieg um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Mängelfrei waren nur noch 66,1 Prozent, während es 2022 noch knapp 73 Prozent waren. Geringe Mängel, bei denen die Plakette trotzdem erteilt wird, hatten 12,3 Prozent, als verkehrsunsicher eingestuft wurden 0,5 Prozent.
Verteilung der HU-Ergebnisse in Deutschland 2026
Gut zu wissen: Zwei Zahlen werden ständig verwechselt. Die Durchfallquote von 21,5 Prozent zählt nur Fahrzeuge, die keine Plakette bekommen haben. Die amtliche Beanstandungsquote liegt mit 32,5 Prozent deutlich höher, weil sie jede einzelne Beanstandung mitzählt, auch geringe Mängel mit erteilter Plakette. Beide Zahlen sind korrekt, sie messen nur Unterschiedliches.
Der Hauptgrund für den Anstieg liegt nicht an schlechteren Autos, sondern an älteren. Das Durchschnittsalter im deutschen Pkw-Bestand liegt bei 10,6 Jahren, im Jahr 2000 waren es noch 6,9 Jahre. Ein Fahrzeug, das über zehn Jahre auf der Straße ist, hat schlicht mehr Verschleißteile am Limit. Insgesamt wurden 2024 rund 31,1 Millionen Fahrzeuge vorgeführt, bei den beanstandeten Fahrzeugen fanden die Prüfer im Schnitt 2,7 Mängel.
Die häufigsten Mängelgruppen
Nach der amtlichen Statistik für 2024 verteilen sich die Beanstandungen so:
- Lichttechnische Einrichtungen und Elektrik: 23,8 Prozent. Das betrifft rund 4,7 Millionen Hauptuntersuchungen und ist mit Abstand die größte Gruppe.
- Achsen, Räder, Reifen und Aufhängungen: 18,8 Prozent. Leicht gestiegen gegenüber dem Vorjahr.
- Bremsanlage: 17,6 Prozent. Ebenfalls leicht im Aufwärtstrend.
- Abgase: die Mangelart mit dem stärksten Anstieg, plus 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auf Bauteil-Ebene führen vier Kandidaten die Liste an: das Abblendlicht mit Abstand auf Platz eins, dahinter Bremsscheibe, Bremsbelag und Bremsleitung. Beim Abblendlicht ist das Spektrum groß: ohne Funktion, mangelhafte oder unzulässige LED-Lichtquelle, Einstellung zu hoch, zu niedrig oder seitlich verstellt, zu geringe Leuchtwirkung oder eine verdeckte Streuscheibe. Bei Bremsscheiben sind Verschleiß, Riefenbildung, Korrosion, Anrisse, Seitenschlag oder ein fehlendes Abschirmblech typisch.
Weitere häufige Beanstandungen betreffen gebrochene Federn und verschlissene Dämpfer, zu geringe Reifenprofiltiefe, Ölverlust an Motor und Getriebe, undichte oder ungewöhnlich laute Auspuffanlagen, erhöhtes Lenkspiel und Korrosion an tragenden Teilen. Die gute Nachricht: Ein großer Teil davon lässt sich vorab erkennen und günstig beheben. Ein Leuchtmittel kostet ein paar Euro, ein Satz Bremsbeläge deutlich weniger als der Ärger mit einer Nachprüfung.
Frist überzogen: Was das kostet
Es passiert schnell: Umzug, Urlaub, Jobwechsel, und plötzlich ist die Plakette abgelaufen. Die gute Nachricht zuerst: Bis zu zwei Monate Überziehung bleiben folgenlos. Weder Verwarnungsgeld noch Punkte, und die Prüfung läuft ganz normal ab. Ab dem dritten Monat wird es allerdings teurer, und zwar doppelt.
| Überziehung | Bußgeld | Punkte | Vertiefte HU | Gesamtkosten in MV |
|---|---|---|---|---|
| bis 2 Monate | — | 0 | nein | ca. 167,50 € |
| über 2 bis 4 Monate | 15 € Verwarnungsgeld | 0 | ja, ca. +20 % | ca. 216,00 € |
| über 4 bis 8 Monate | 25 € Verwarnungsgeld | 0 | ja, ca. +20 % | ca. 226,00 € |
| mehr als 8 Monate | 60 € Bußgeld | 1 | ja, ca. +20 % | ca. 261,00 € + 1 Punkt |
Die zweite Kostenkomponente wird oft übersehen: die vertiefte Hauptuntersuchung. Wer mehr als zwei Monate überzieht, bekommt eine intensivere Prüfung, die rund 20 Prozent mehr kostet. Auf den MV-Preis von 167,50 Euro gerechnet sind das etwa 33,50 Euro zusätzlich. Zusammen mit dem Verwarnungsgeld landest du bei knapp 30 Prozent Aufschlag auf den regulären Preis, ohne dass du dafür irgendeinen Gegenwert bekommst.
Dazu kommt der Effekt ohne Rückdatierung. Wer sechs Monate zu spät fährt, verschiebt seinen kompletten Prüfrhythmus um sechs Monate. Das klingt harmlos, kann aber unpraktisch werden, wenn der neue Termin dann mitten im Winter oder im Urlaub liegt. Praktischer Rat: Trag dir den Monat von der Plakette direkt als Erinnerung ins Handy ein, mit vier Wochen Vorlauf. Dann hast du Puffer für einen Vorabcheck und eventuelle Reparaturen.
Vorbereitung: Die Checkliste vor dem Termin
Bei einer Durchfallquote von über 21 Prozent lohnt sich eine halbe Stunde Vorbereitung. Vieles kannst du selbst prüfen, ganz ohne Werkzeug.
Beleuchtung: der wichtigste Punkt
Licht und Elektrik machen fast ein Viertel aller Beanstandungen aus. Stell dich abends vor eine Hauswand oder ein Garagentor und schalte der Reihe nach durch: Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker links und rechts, Warnblinker, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung. Für Bremslicht und Rückfahrscheinwerfer brauchst du eine zweite Person oder nutzt die Reflexion im Fenster. Die Blinkfrequenz sollte bei 60 bis 120 Impulsen pro Minute liegen. Blinkt es auffällig schnell, ist meist eine Lampe defekt. Bei Fahrzeugen ab Baujahr 2011 gehört auch das Tagfahrlicht zur Pflichtausstattung.
Reifen und Bremsen
Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe. In der Praxis empfehlen unsere Werkstattprofis, spätestens ab 3 Millimetern über einen Wechsel nachzudenken, weil die Bremswege bei Nässe darunter spürbar länger werden. Prüf gleichzeitig auf Risse in der Flanke, Beulen und ungleichmäßigen Abrieb. Letzterer deutet auf ein Spurproblem hin, das ohnehin geprüft wird. Bei den Bremsbelägen gilt eine Reststärke von mindestens 2 bis 3 Millimetern. Das lässt sich bei vielen Fahrzeugen mit einer Taschenlampe durch die Felge beurteilen, sicherer ist der Blick eines Mechanikers auf der Hebebühne.
Was du sonst noch in fünf Minuten checkst
- Ölflecken: Leg über Nacht eine Pappe unter Motor und Getriebe. Frische Flecken deuten auf Undichtigkeiten hin, die als Mangel gewertet werden.
- Windschutzscheibe: Steinschläge und Risse im Hauptsichtfeld des Fahrers führen zur Beanstandung. Kleine Schäden lassen sich oft reparieren, statt die Scheibe zu tauschen.
- Wischer und Wischwasser: Schlierende Gummis und ein leerer Behälter sind vermeidbare Punkte.
- Lenkspiel: Bei stehendem Fahrzeug sollte das Lenkrad nicht mehr als zwei bis drei Fingerbreit Spiel haben, bevor die Räder reagieren.
- Hupe und Gurte: Hupe kurz testen, alle Gurte komplett herausziehen und auf Einrisse sowie sauberes Aufrollen prüfen.
- Sicherheitsausrüstung: Verbandkasten mit gültigem Haltbarkeitsdatum, Warndreieck und Warnweste. Der Verbandkasten ist ein Klassiker unter den vermeidbaren Beanstandungen.
- Kontrollleuchten: Startet der Motor und bleibt eine Lampe für ABS, Airbag, Bremse oder Motormanagement an, wird das beim Auslesen der Steuergeräte sichtbar. Vorher klären lohnt sich.
Wenn du bei einem Punkt unsicher bist, ist der Vorabcheck der einfachste Weg. Wir schauen uns dein Fahrzeug in unserer Meisterwerkstatt in Rostock auf Wunsch kostenlos an, bevor der Prüfingenieur kommt. Was gefunden wird, lässt sich meist am selben Tag beheben. So gehst du mit deutlich besseren Karten in den Termin, egal ob du einen Skoda, Ford, Toyota oder Opel fährst.
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Weiterführende Ratgeber
Häufige Fragen zu HU und AU
Was kostet die HU mit AU in Rostock?
In Mecklenburg-Vorpommern liegen die Preise für Pkw bis 3,5 Tonnen je nach Prüforganisation zwischen etwa 118 und 168 Euro. Die Listenpreise der großen Prüforganisationen liegen bei 167 bis 168 Euro, freie Prüfverbände und Werkstätten oft darunter.
Wie lange dauert eine Hauptuntersuchung?
Plane mindestens 30 Minuten ein, realistisch sind 30 bis 60 Minuten. Mit einem fest vereinbarten Termin entfällt die Wartezeit davor, ohne Termin kann es besonders zum Monatsende deutlich länger dauern.
Welche Unterlagen brauche ich für die HU?
Zwingend die Zulassungsbescheinigung Teil I. Bei nicht zugelassenen Fahrzeugen zusätzlich Teil II, bei technischen Änderungen ABE oder Teilegutachten. Der letzte HU-Bericht ist hilfreich, aber nicht Pflicht. Zahlungsmittel mitbringen, die Gebühr wird sofort fällig.
Ist die AU in der HU enthalten?
Ja. Seit 2010 ist die Abgasuntersuchung fester Bestandteil der Hauptuntersuchung und wird zusammen mit ihr durchgeführt. Angegebene Kombipreise für HU und AU beinhalten beides, ein separater Termin ist nicht nötig.
Was passiert, wenn ich die HU-Frist überziehe?
Bis zwei Monate bleibt es folgenlos. Über zwei bis vier Monate kostet es 15 Euro, über vier bis acht Monate 25 Euro, über acht Monate 60 Euro und einen Punkt. Ab dem dritten Monat kommt eine vertiefte HU mit rund 20 Prozent Aufschlag dazu.
Braucht ein Elektroauto eine Abgasuntersuchung?
Nein. Ohne Verbrennungsmotor entfällt die AU komplett, es fällt nur die Hauptuntersuchung mit etwa 56 bis 80 Euro an. Plug-in-Hybride brauchen die AU dagegen, weil sie einen Verbrennungsmotor an Bord haben.
Woran fallen die meisten Autos durch?
Am Abblendlicht, mit deutlichem Abstand vor allen anderen Bauteilen. Dahinter folgen Bremsscheiben, Bremsbeläge und Bremsleitungen. Insgesamt entfallen 23,8 Prozent aller Beanstandungen auf Licht und Elektrik.
Kann ich die Nachprüfung woanders machen?
Ja, bei jeder anerkannten Prüforganisation. Mitbringen musst du den Untersuchungsbericht der ersten Prüfung und die Zulassungsbescheinigung Teil I. Die Nachprüfung muss innerhalb eines Monats erfolgen und kostet 15 bis 35 Euro.
